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  Tischtennis Noppen-Test - Testberichte und Eigenschaften von Noppen und anderen Belägen
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Testberichte und Eigenschaften von langen Noppenbelägen und anderen Materialien

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Tischtennis Noppen
Über Vorurteile, Wahrheiten und Physik des Noppenspiels

  1. Tischtennis Vorurteil: Noppen kann jeder spielen!


  2. Tischtennis Wahrheit: Das Vorurteil stimmt, aber nicht jeder kann damit gut und erfolgreich spielen.

    Für ein erfolgreiches Noppenspiel benötigt der Spieler vermutlich genauso viel Geschick wie ein Spieler mit normalem Noppeninnen-Belag. Mit langen Noppen kann man wenig (bis gar keinen) eigenen Schnitt erzeugen und muss seine Punkte durch platzierte Bälle und Ausnutzung des gegnerischen Spins erzielen. Dies erfordert, zumindest gegen einen guten und cleveren Gegner, einiges an Konzentration und Geschicklichkeit.

  3. Tischtennis Physik: Was passiert eigentlich mit den Noppen beim Ballkontakt? Wieso flattert der Ball, woher kommt auf einmal der Unterschnitt? ...

    Prinzipiell gibt es zwei Langenoppen-Arten, zum einen Beläge mit glatter Oberfläche, zum anderen die normalen, leicht griffigen Noppenbeläge. Beide unterscheiden sich grundsätzlich in ihren Eigenschaften und damit in ihrer Verwendung.

    Normale lange Noppen werden in der Regel beim Tischtennis mit dicker Schwammunterlage zum Blocken und Kontern eingesetzt, ohne Schwamm finden sie Verwendung in der Schnittabwehr, aber auch teilweise beim Allroundspiel etwas näher am Tisch.

    Was passiert beim Ballkontakt? Der rotierende Tischtennisball trifft auf wegknickende Noppen und verliert dabei an Spin. Physikalisch gesehen wird dabei die Rotationsenergie in Verformungsenergie umgewandelt. Einfacher ausgedrückt: Der Ball dreht sich in die Noppen hinein und wird dabei sowohl in der Geschwindigkeit, als auch in der Drehung abgebremst. Nachdem der Ball abprallt, richten sich die Noppen wieder auf und schleudern den, sich noch etwas drehenden Ball ungleichmäßig weg. Dieser Effekt wird um so stärker, je länger und weicher die Noppen sind. Bei sehr weichen und langen Noppen fängt der fast spinfreie Ball regelrecht an zu torkeln - es entsteht ein sog. Flatterball. Physikalisch gesehen entsteht dieser Flattereffekt durch unregelmäßige Luftwirbel, welche hinter der Celluloidkugel entstehen. Aufgrund der geringen Rotation ist die Flugbahn des Balles nicht sonderlich stabil.

    Mit einer glatten Noppenoberfläche ist das Spiel in der Regel etwas passiver. Sowohl Kontern als auch Schuss sind deutlich schwerer als bei o.g. normalen Noppen. Kurze und/oder mit Unterschnitt retournierte Blocks sind ein wirkungsvolles Mittel um den Gegner aus dem Konzept zu bringen. Auf einen Unterschnittball können aggressive Schupfbälle (Druckschupf) gespielt werden.

    Was passiert beim Ballkontakt? Der rotierende Tischtennisball trifft auf eine völlig glatte, teilweise wegknickende Noppenoberfläche. Im Unterschied zu den normal griffigen Noppen, wird der Ball aufgrund geringer Reibung nur ganz wenig in der Rotation abgebremst. Er dreht einfach durch und aus einem Überschnitt (Topspin) wird Unterschnitt, aus Unterschnitt wird Überschnitt. Der Druckschupf ist im Grunde nichts anderes als ein geschupfter Topspin. Je mehr der Ball rotiert und je glatter die Oberfläche ist, desto stärker ist zurückkommende, entgegengesetzte Spin.

    Die Noppenhälse bei glatten langen Noppen

    Beläge mit glatten Noppenhälsen sind in der Regel leichter zu kontrolieren als solche mit griffigen Hälsen, denn beim Wegknicken der Noppen bleibt der Ball nicht "kleben" (geringe Reibung der Noppenhälse). Da die Stärke des Wegknickens nur schwer berechenbar bzw. vorhersehbar ist, wird eine mögliche Fehlerquelle durch glatte Noppenhälse mehr oder weniger beseitigt. Grundlage hierbei ist: Wird der Schläger schräg zum auftreffenden Ball gehalten (Schupfhaltung / Blockhaltung), dann knicken die Noppen leichter weg und die Rotation des Balles wird an evtl. griffigen Hälsen gebremst. Trifft der Ball im 90-Grad-Winkel auf die Noppen, so brechen diese weniger stark weg, der Ball verliert kaum Spin. Der Spieler kann so die Spinumkehr durch die Schlägerhaltung selbst beeinflussen. Nachteil: Wird der Schläger etwas zu stark gekippt, so knicken die Noppen zu leicht und katapultieren den Ball in eine ggf. ungewünschte Richtung (siehe Beispiel im folgenden Text).

    Schnelle Bälle lassen die Noppen leicht wegknicken, sind die Hälse glatt, ist dies Schlagtechnisch fast egal. Der Ball bekommt durch die sich aufrichtende Noppen zwar eine - für den Gegner - unangenehme Flugbahn, wird aber in der Regel "gerade" (Einfallswinkel ähnlich Ausfallswinkel) reflektiert. Bei griffigen Hälsen sieht dies anders aus. Beispiel: Ein schneller Unterschnittball kann mit glatten Hälsen recht leicht zurückgeschupft werden. Mit griffigen Hälsen, die durch das hohe Tempo stark umknicken und so Spin annehmen, wird der Ball durch den Unterschnitt nach unten fliegen. Dies muss der Spieler berücksichtigen. Nachteil: Geringere Kontrolle. Vorteil: Er kann den Spin selbst bestimmen, denn bei normaler Schupfhaltung verliert der Ball an Spin. Geht der Schläger aber annähernd gerade (90 Grad) zum Ball, wird mehr Schnitt zurückgegeben.

    Extrem harte Noppen haben ähnliche Eigenschaften wie Noppen mit glatten Hälsen. Um eine maximale Spinumkehr zu erzeugen besitzen viele glatte Beläge beide Merkmale. Sind die Noppen sehr weich und mit griffigen Hälsen ausgestattet, ist die Kontrolle sehr schwer, denn die Rotationsenergie des Balles kann unter Umständen völlig in Verformungsenergie umgewandelt werden, der Ball wird dann beim Aufrichten der Noppen heftig wegkatapultiert.



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