Effektive Servicetechniken

Du hast deinen optimalen Schläger gefunden und möchtest dich nun auch spielerisch verbessern. Hier entsteht eine Sammlung von praktischen Tipps, Hinweisen, Übungen und Trainingsanleitungen zum Spiel mit Material.

Moderator: Noppen-Test-Team

ttbleki
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Effektive Servicetechniken

Beitrag von ttbleki »

Frage an euch: welche Erfahrung habt ihr mit diversen Servicetechniken, welche sind eurer Meinung nach besonders effektiv ? Insbesondere würde mich interessieren, ob es sich lohnt, gefinkelte Techniken (beispielsweise - Reverse Pendulum Serve) einzuüben, oder ob's nicht evtl. klüger ist eher auf rel. 'einfache' Techniken mit Variationen zu setzen . Ersuche um diesbezgl. Erfahrungswerte eurerseits !
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Re: Effektive Servicetechniken

Beitrag von Noppi08 »

Tja hängt halt auch wieder davon ab wie du spielst und mit welchen Bällen du spielst (P-Bällen oder Z-Bällen).
destruktivsatan
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Re: Effektive Servicetechniken

Beitrag von destruktivsatan »

Für mich ist ein guter Service das A und O beim TT.
Dieser Schlag ist der einzig freie im ganzen Spiel. Zudem kannst Du so bestimmen wie im Idealfall der Ballwechsel bei deinem Service laufen soll (Voraussetzung dein Service ist gut). Daher lohnt es sich durchaus diverse Servicetechniken zu üben. Ein guter Service ist nicht nur gut, wenn er viel Rotation hat sondern auch Platzierung und Tempo spielen eine wichtige Rolle. Oft kommt es vor, dass ein Gegner einen bestimmten Service überhaupt nicht mag. Dadurch kann ein ganzes Spiel kippen, wenn Du weißt welcher Service dies ist. Daher solltest Du variantenreich aufschlagen können um dein Spiel zu verbessern.
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Re: Effektive Servicetechniken

Beitrag von TT-Schlumpf »

@destruktivsatan: Wir hatten zeitgleich geschrieben. Hast du dermaßen gut auf den Punkt gebracht, dass ich meinen Beitrag gleich wieder gelöscht habe! :ok:
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Re: Effektive Servicetechniken

Beitrag von Noppi08 »

Seit der Einführung des Plastikballs ist es auch wichtiger geworden variantenreicher aufzuschlagen da maximaler Schnitt nicht mehr möglich ist!
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Re: Effektive Servicetechniken

Beitrag von destruktivsatan »

TT-Schlumpf hat geschrieben:@destruktivsatan: Wir hatten zeitgleich geschrieben. Hast du dermaßen gut auf den Punkt gebracht, dass ich meinen Beitrag gleich wieder gelöscht habe! :ok:
:-) Danke!
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ttbleki
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Re: Effektive Servicetechniken

Beitrag von ttbleki »

Hallo @destruktivsatan,
destruktivsatan hat geschrieben:Für mich ist ein guter Service das A und O beim TT.
..Voraussetzung dein Service ist gut ..
das ist ja gerade die entscheidende Frage - welches Service ist im Zusammenhang mit einer bestimmten Belagskombination (z.B. NI&LN , KN&LN, NI&Anti) f. den weiteren Spielverlauf optimal bzw. ungünstig.
Was mir aufgefallen ist, daß beispielsweise Amir Achmed (A1980) in seinen Vids oftmals v. der BH Seite mit der VH ein langes Sidespin-Service gibt (ohne viel Schnörkeleien) u. die Gegner damit Schwierigkeiten bekommen, wobei ich eigentlich dachte, daß f. einen geübten Offensivspieler gerade so ein Service ein gefundenes Fressen sein sollte. Genau sowas interessiert mich: ist es schlau den Aufschlag kurz od. lang zu halten, was ist besser - US/SS/gar kein Schnitt etc ... Vlt. gibt's da irgendwie eine Art Generalregel nach dem Motto: willst du das od. jenes erreichen, dann serviere so od. so ! Ich weiß das leider nicht genau, da die effektiven Services eigentlich erst ab einem gewissen TTR-Wert beginnen, alles andere darunter sind m.M. nach (natürlich bis auf wenige Ausnahmen) bessere Einwürfe !!!
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Re: Effektive Servicetechniken

Beitrag von Mathduck »

Fragt doch mal einen ausgebildeten Servicetechniker :lol: :lol2: :ugly:

Außerdem ist Deutschland ja Servicewüste :hammer:

:peace:
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Re: Effektive Servicetechniken

Beitrag von ttbleki »

Mathduck hat geschrieben:... Fragt doch mal einen ausgebildeten Servicetechniker...
deshalb ist man ja hier in einem Experten-Spezialforum, wo es sicherlich den einen od. anderen nützlichen Hinweis von hilfreichen Spielern gibt !
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Re: Effektive Servicetechniken

Beitrag von destruktivsatan »

Also eine generelle Aussage zu Treffen was "richtig" bzw. "falsch" ist halte ich für problematisch. Dafür spielen zu viele Faktoren eine Rolle. Vor allem auch die stärken und Schwächen deines Gegners bzw. deine eigenen, Material etc.
Jedoch gibt es sicher Spielzüge welche gut funktionieren können (aber nicht müssen). Folgender Spielzug der bei mir des Öfteren erfolgsversprechend ist (bzw. war mit Z-Ball):
Ich schlage gerne mit viel US von der RH Seite auf die VH des Gegners auf. Möglichst lang. Wenn der Gegner zurück schupft Greife ich mit der VH an und versuche den Punkt zu machen. Greift der Gegner auf den Aufschlag an (aufgrund des US ist er gezwungen mit viel schnitt zu ziehen) blocke ich mit dem GLANTI in die RH. Im Idealfall kommt der Block mit viel SU und kurz. Der Gegner ist nun gezwungen den Ball wieder abzulegen. Schupft er in die VH greife ich mit der VH an und versuche den Punkt zu machen. Schupft er in die RH drehe ich entweder und greife dann an oder aber ich greife mit dem GLANTI an.
Eine Variante im Spielverlauf ist, den selben Aufschlag wie eben beschrieben (mit viel US) zu machen. Greift der Gegner nun diesen Aufschlag mit viel Spinn an, blocke in diesen nicht wie zuvor mit dem GLANTI sondern hacke am Tisch ab. Dies führt dazu, dass kein bzw. kaum US im Ball ist. Nimm der Gegner nun an es wäre ähnlich viel Schnitt im Ball wie beim Blockball zuvor, dann Schupft er entweder und der Ball steigt -> ich kann Angreifen oder aber er zieht mit viel Spinn und der Ball geht ins Aus, da zu wenig US im Ball war. Mit diesem Schnittwechsel können gerne ein paar Punkte pro Satz gemacht werden bis der Gegner versteht was passiert (wenn er es überhaupt versteht :))
Diesen Aufschlag Wechsel ich gerne ab mit einem Aufschlag der ähnlich aussieht aber viel weniger US hat. Je nachdem wie gut der Gegner die Aufschläge lesen kann. Greift der Gegner dann erneut an und erkennt den wenigen US nicht zieht er ins Aus. Also immer variabel Aufschlagen. Das wäre ein möglicher Spielzug mit dem Glanti!
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Re: Effektive Servicetechniken

Beitrag von Mathduck »

Na gut, dann versuch ichs mal konstruktiver :peace:

Ach wenn ich mir sicher bin es irgendwo so ähnlich schonmal gepostet zu haben (notfalls doppelt):
Ich halte den Aufschlag für extrem wichtig. Ich selbst habe öfters reines Aufschlagtraining gemacht und denke, daß mindestens die "obersten" 100 TTR Punkte rein darauf basieren. Weiterhin sind gute Aufschläge etwas, was im Alter oder mit Gewichtszunehme im Gegensatz zum restlichen Spiel nicht abbaut und damit eine gute, langfristige Trainingsinvestition.

Den Aufschlag zu verbessern halte ich auf Kreis und Bezirksebene für viel einfacher als irgendwelche "gefinkelte Techniken" oder maximalen Schnitt:
* Der Hauptfehler der meisten Spieler mit schwachem Aufschlag ist, daß man schon vor dem Schlag sieht welcher Aufschlag kommt. Meist stellen sich die Spieler individuell besonders für den jeweiligen Aufschlag hin und man könnte noch bevor der Ball hochgeworfen wird ein Din A4 Blatt auch den Tisch legen auf das der Aufschlag mit hoher Wahrscheinlichkeit landen wird. Das ist ganz, ganz schlecht,besonders wenn mit halbhoch, halblang und wenig Schnitt kombiniert.
Auch machen viele vor dem eigentlichen Aufschlag einen Trockenschlag oder biegen schonmal das Handgelenk um um sich "warmzumachen" oder warum auch immer. Das ist ein cooler Trick wenn man dann einen total anderen Aufschlag macht aber nicht klug, wenn man dann den bereits "angekündigten" Aufschlag macht.
* Ein weiterer Fehler ist es meiner Meinung nach, wenn der Aufschlag exakt in der Rückhand oder Vorhand Topspinbewegung landet. Solange ich mich nicht bewegen muß und der Aufschlag halbwegs lang und nicht total überraschend auf die Vorhand kommt, werde ich diesen mit hoher Trefferwahrscheinlichkeit durchziehen, egal was für ein Schnitt drin ist. Da ist jeder schnittlose Einwurf der fast oder geradeso 2 mal aufspringt auf jeden Fall besser.

Insofern wäre mein Tipp zum Trainieren:
* Bei jedem Aufschlag gleich hinstellen, Ball und Schläger gleich halten, den Ball gleich hochwerfen und mit dem Schläger gleich aushohlen. Gleich schauen (nicht das Ziel anvisieren mit den Augen) erst beim Zuschlagen variieren.
* Plazierung üben. Geradeso 2mal aufspringen parallel auf die Vorhand, halblang aufs Dreieck, schnell seitlich hinaus, etc. Nie in die Schlagbewegung des Gegners.
* Für Materialspieler einfach und wirkungsvoll: Den exakt gleichen Aufschlag mit dem Material beherrschen und ab und zu einstreuen.
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Re: Effektive Servicetechniken

Beitrag von Neppomuk »

destruktivsatan hat geschrieben:Für mich ist ein guter Service das A und O beim TT.
Daher lohnt es sich durchaus diverse Servicetechniken zu üben. Ein guter Service ist nicht nur gut, wenn er viel Rotation hat sondern auch Platzierung und Tempo spielen eine wichtige Rolle. Daher solltest Du variantenreich aufschlagen können um dein Spiel zu verbessern.
Sehe ich genauso. Jeder oft gespielte Service wird irgendwann "entschärft". Variabilität, Platzierung und Überraschung sind entscheidend. Das gilt genauso für den P wie für den Z-Ball. Lieber nur 5-6 Services sicher beherrschen, aber diese Variantenreich setzen können, that´s it.

Nur mal so, weil´s oft vergessen wird: Rückschlagtraining ist genauso wichtig !
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ttbleki
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Re: Effektive Servicetechniken

Beitrag von ttbleki »

Vorab 1x vielen Dank an euch f. die wirklich höchst interessanten u. aufschlussreichen Beiträge. Man kann daraus nur lernen u. sich sein eigenes maßgeschneidertes Konzept zimmern.
Speziell @destruktivsatan,
destruktivsatan hat geschrieben:... Jedoch gibt es sicher Spielzüge welche gut funktionieren können (aber nicht müssen)...
... Eine Variante im Spielverlauf ist, den selben Aufschlag wie eben beschrieben (mit viel US) zu machen. Diesen Aufschlag Wechsel ich gerne ab mit einem Aufschlag der ähnlich aussieht aber viel weniger US hat...
wie du in deinem taktischen Konzept erläuterst, variierst du ähnliche Aufschläge mit viel bzw. weniger US (so ungefähr mach ich's auch).
In einem Youtube-Vid erklärt jedoch Xiao Zhan (persönlicher Trainer v. Zhang Jike u. anerkannter Technikexperte in China), daß man zumindest bei kurzen Aufschlägen ohne US sondern mit SS servieren sollte. Wie läßt sich sowas als taktische Maßnahme einschätzen , wobei, wie man ja sieht, gerade in höheren Ligen (wie bereits erwähnt v. Amir A., aber auch v. Österreicher Simoner) Sidespinaufschläge (entweder offensichtlich als auch als Pendulum-bzw Ghostserves kaschiert) vermehrt eingebaut werden.
Funktioniert sowas generell od. nur in bestimmten Situationen, was ist eure Meinung dazu ?
https://www.youtube.com/watch?v=cICVjxzBlCY
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Re: Effektive Servicetechniken

Beitrag von destruktivsatan »

Kurze Aufschläge welche dennoch viel SS haben mache ich gerne als Tomahawk-Aufschlag. Auch lässt sich hier der Schnitt sehr gut variieren, mit einer sehr ähnlichen Aufschlagbewegung.
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Felix
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Re: Effektive Servicetechniken

Beitrag von Felix »

Der Hauptvorteil von Seitenschnitt bei Aufschlägen ist es, dass ich es dem Gegner schwerer mache, den Rückschlag frei zu platzieren.
Es ist also deutlich vorhersehbarer, wohin der Rückschlag gespielt wird und man kann sich besser auf den dritten Ball einstellen.

Im übrigen kann es durchaus auch einen riesen Unterschied machen, in welche Richtung Seitenschnitt am Ball ist.
Weil der Rückschläger meistens gegen den Schnitt an den Ball geht, zwinge ich ihn durch die andere Richtung zu einem anderen Rückschlag, welcher im evtl nicht liegt.
Deswegen sollte man mindestens zwei komplementäre Aufschlagbewegungen beherrschen. Also Pendulum und zusätzlich Tomahawk/ 2te Phase/ RH
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