"Diagonal spielen" im Kreisklasse-Tischtennis

Du hast deinen optimalen Schläger gefunden und möchtest dich nun auch spielerisch verbessern. Hier entsteht eine Sammlung von praktischen Tipps, Hinweisen, Übungen und Trainingsanleitungen zum Spiel mit Material.

Moderator: Noppen-Test-Team

Antworten
tarzun
Senior Member
Senior Member
Beiträge: 228
Registriert: Mittwoch 24. Januar 2018, 14:26
TTR-Wert: 1406

"Diagonal spielen" im Kreisklasse-Tischtennis

Beitrag von tarzun »

Wenn man so die üblichen YT-Kanäle und Videos anschaut, dann wird bei den Profis und auch in höheren TTR-Lagen idR zu 90% und mehr diagonal gespielt, insb. Topspins. Ganz selten geht es mal parallel die Linie entlang. Welchen Hintergrund hat und welche Vorteile bietet das?

In der Kreisklasse wo ich rumgurke ist das gefühlt das komplette Gegenteil, jeder der keiner dieser aufstrebenden Jungspieler mit Technik-/Taktiktraining ist haut hohe Vorlagen entweder parallel über die Platte oder "blinkt links und biegt rechts ab". Warum ist das so?
Benutzeravatar
achim
Gewerblicher Hersteller
Beiträge: 1146
Registriert: Samstag 13. August 2005, 14:50
Wohnort: Lembruch, Germany
Kontaktdaten:

Re: "Diagonal spielen" im Kreisklasse-Tischtennis

Beitrag von achim »

tarzun hat geschrieben: Mittwoch 6. Juli 2022, 10:46 Wenn man so die üblichen YT-Kanäle und Videos anschaut, dann wird bei den Profis und auch in höheren TTR-Lagen idR zu 90% und mehr diagonal gespielt, insb. Topspins. Ganz selten geht es mal parallel die Linie entlang. Welchen Hintergrund hat und welche Vorteile bietet das?

In der Kreisklasse wo ich rumgurke ist das gefühlt das komplette Gegenteil, jeder der keiner dieser aufstrebenden Jungspieler mit Technik-/Taktiktraining ist haut hohe Vorlagen entweder parallel über die Platte oder "blinkt links und biegt rechts ab". Warum ist das so?
tja, das ist so, weil die Diagonallinie die längste Linie am Tisch ist, um flüssig spielen zu können und bei dem hohen Tempo und der gespielten Perfektion der Bälle gar nicht verwunderlich. Spieler unterer Klassen stellen sich wegen der meist unsicheren Rückhand zu sehr in die Rückhandstellung hinein und verlangsamen eher das Spiel mit Schupfbällen. Somit kommen die auch eher dazu, mal parallel zum Tisch zu ziehen. Bei Profis ist das aber gefährlich, wenn diese Schläge nicht sicher sitzen, weil sie damit Ihre Spielvorteile aus der Hand geben können. Dabei fällt es ja in der Grundbasis viel einfacher diagonal zu spielen, weil unsere Hände so geformt sind, dass diese in einem vertikalen Winkel von ~ 32° zum Unterarm fallen und eigentlich das Diagonalspiel mehr fördern würden. Denn wenn das nicht so wäre, könnten wir mit unseren Händen ansonsten nichts festhalten wollen, wenn mehr Gewicht in den Händen gehalten werden muss.
20 Jahre Re-Impact, 2002-2022, Balsa für Ihre Seele. Schreib mir oder kontaktiere mich,
Mein Geschäft ist es, dafür zu sorgen, dass Du eine Klasse besser werden wirst!
20 years of Re-Impact, Balsa for your soul write me,
My business is to make sure that you will be one class better
20 ans de Re-Impact, Le balsa pour votre âme Écris-moi,
Mon travail consiste à faire en sorte que vous soyez une classe supérieure
[url]mailto://info@re-impact.de/[/url] http://www.re-impact.de
Benutzeravatar
Ryker
Member
Member
Beiträge: 111
Registriert: Samstag 26. Juni 2021, 13:41
TTR-Wert: 0

Re: "Diagonal spielen" im Kreisklasse-Tischtennis

Beitrag von Ryker »

Das ist alles reine Übungssache. Klar hat diagonales Spiel Vorteil, wegen lange Strecke. Es ist auch mal gut parallel spielen und trainieren. Es gibt auch Spieler, die mit parallel nicht so gut auskommen. Daher ist es auch wichtig, flexibel zu bleiben. Das bringt noch mehr Vorteile. Ansonsten ist die Aussage vom Achin sehr ausführlich.
TTC Westfalia Herne

Offiziell
Holz: Donic Waldner Senso V2
VH: Spinlord Wyvern (1,8 mm)
RH: Der Materialspezialist - Spinfire (1,8 mm)

Ersatz:
Holz: Spinlord Carbon Strike
VH: Spinlord Nashorn (2,0 mm)
RH: Spinlord Gepard (2,0 mm)
graupe007
Junior Member
Junior Member
Beiträge: 41
Registriert: Freitag 8. Oktober 2021, 20:41

Re: "Diagonal spielen" im Kreisklasse-Tischtennis

Beitrag von graupe007 »

Zusammenfassend sind v.a. 2 Dinge wichtig:
a) Du hast mehr Strecke zur Verfügung und damit steigt die Trefferwahrscheinlichkeit auch bei einem nicht optimal sauber ausgeführten Schlag bzw TS. Und
b) haben in den unteren Klassen viele Spieler Probleme wenn Du Ihnen lang und hart in die Rückhand ziehst bzw. schießt. Da schließe ich mich selbst gar nicht aus. Daher ist ein harter Angriffsball in diesen Regionen cross in die RH meist erfolgreicher als in die VH Seite wo mittlerweile auch in den unteren Klassen gegengezogen wird. Du musst halt schnell genug auf den Beinen sein um einen solchen - im Tennis würde man sagen "inside-out" - zu plazieren. Ich habe in meiner "Jugend" fast ausschließlich so gespielt was immerhin bis zur Kreisliga gut funktionierte.
Benutzeravatar
4olaf
Over The Top
Over The Top
Beiträge: 4209
Registriert: Dienstag 9. März 2010, 00:48

Re: "Diagonal spielen" im Kreisklasse-Tischtennis

Beitrag von 4olaf »

man muß bedenken, dass im profi sport auch mit extrem viel spin gespielt wird bei langen topspin bällen - diese können oft nur mit ebenfalls starken gegentopspins entgegengewirkt werden (es sei denn, du spielst einen block, da werden diese eher sogar parallel gespielt oder richtung mitte). d.h. der profi spielt braucht meistens auch den langen weg diagonal, um auf die topspins antworten zu können, hinzu kommt noch die optimale beinstellung.

gerade in den unteren klassen ist die beinarbeit der knackpunkt und man steht gar nicht optimal für einen guten diagonal topspin mit drehung des oberkörpers. somit ist gerade der topspin von vh auf die rh meistens sogar einfacher zu spielen, weil der bewegungsablauf nicht den komplett "richtigen" durchgehen muß.
Re-Impact Erwarten VH: XIOM Omega V 1.8mm rot , RH: DHS Skyline 3-60 2.1mm schwarz
Re-Impact Tachi 2019 VH: XIOM Omega V 1.8mm rot , RH: DHS Skyline 3-60 2.1mm schwarz
Re-Impact Preference Sonderbau VH: Andro Rasanter R48 Pro 2.0mm rot, RH: DHS Skyline 3-60 2.1mm schwarz (China 37 Grad Version)
graupe007
Junior Member
Junior Member
Beiträge: 41
Registriert: Freitag 8. Oktober 2021, 20:41

Re: "Diagonal spielen" im Kreisklasse-Tischtennis

Beitrag von graupe007 »

... das habe ich jetzt von der Logik her nicht ganz verstanden denn für dem Cross musst Du den Körper doch stärker verschränken (?) Letztlich geht es doch darum wenn man Bälle auf den Körper umläuft ob man dabei eine Drehbewegung ausführt oder sich komplett parallel bewegt. Da ich für meinen Teil ein wesentlich höheres Erfolgserlebnis erziele wenn ich cross in die RH ziehe, geht bei mir die Bewegung fast automatisch in diese Richtung zum Aufmachen Richtung RH Diagonale.

Wir beide sind sicherlich in unterschiedlichen Regionen unterwegs aber für die weniger Hochklassigen gilt definitiv dass die meisten Spieler eher ein Problem haben wenn sie hart auf der RH angegriffen werden. Und ich denke das zieht sich auch weiter nach oben. Das ist letztlich auch eine gute Botschaft für jene die nicht mit einem überragenden Ballgefühl ausgestattet sind: eine gute Beinarbeit lohnt sich zu trainieren um genau solche X-Bälle spielen zu können. In der VH zieht mittlerweile fast jeder dagegen, tief in die RH führt zumindest in den unteren Klassen häufig mindestens zu einem guten Vorbereitungsschlag für einen Schuss.
vhmlnox
Senior Member
Senior Member
Beiträge: 179
Registriert: Sonntag 17. Mai 2020, 20:08
TTR-Wert: 1450

Re: "Diagonal spielen" im Kreisklasse-Tischtennis

Beitrag von vhmlnox »

tarzun hat geschrieben: Mittwoch 6. Juli 2022, 10:46 Wenn man so die üblichen YT-Kanäle und Videos anschaut, dann wird bei den Profis und auch in höheren TTR-Lagen idR zu 90% und mehr diagonal gespielt, insb. Topspins. Ganz selten geht es mal parallel die Linie entlang. Welchen Hintergrund hat und welche Vorteile bietet das?

In der Kreisklasse wo ich rumgurke ist das gefühlt das komplette Gegenteil, jeder der keiner dieser aufstrebenden Jungspieler mit Technik-/Taktiktraining ist haut hohe Vorlagen entweder parallel über die Platte oder "blinkt links und biegt rechts ab". Warum ist das so?
Der entscheidende Unterschied ist hier "Topspin" vs. Schläge auf "hohe Vorlagen": Der Topsin geht leichter diagonal, wie ja schon von anderen erläutert wurde - u.a., weil durch die längere Strecke der Bogen flacher sein kann, um den Ball übers Netz zu bringen. Beim Schuss auf einen hohen Ball hingegen braucht man ja keinen Bogen - hier ist der Winkel zum Netz, insbesondere bei kurzen hohen Vorlagen, parallel sogar besser, weil das Netz früher überquert ist. Und Endschläge setzen auch Profis fast nie in die Vorhand des Gegners, um Gegentopspins zu vermeiden.
Holz: Der Materialspezialist Invictus
Vorhand: Dr. Neubauer Explosion Pro 1,2
Rückhand: Joola Zack, 1,9
tarzun
Senior Member
Senior Member
Beiträge: 228
Registriert: Mittwoch 24. Januar 2018, 14:26
TTR-Wert: 1406

Re: "Diagonal spielen" im Kreisklasse-Tischtennis

Beitrag von tarzun »

vhmlnox hat geschrieben: Samstag 9. Juli 2022, 16:29 Der entscheidende Unterschied ist hier "Topspin" vs. Schläge auf "hohe Vorlagen"
DANKE. Ja, das ist es tatsächlich. Diese parallel/inside-out-Schläge passieren in "meinen" Gefilden tatsächlich beim (Versuch des) Verwerten von Vorlagen und weniger beim (Gegen-)Topspin. Das macht es einfacher zu verstehen.
graupe007
Junior Member
Junior Member
Beiträge: 41
Registriert: Freitag 8. Oktober 2021, 20:41

Re: "Diagonal spielen" im Kreisklasse-Tischtennis

Beitrag von graupe007 »

Da möchte ich schon noch einmal nachhaken auch wenn meine aktive Karriere ein paar Tage her ist: wir sprechen hier ausdrücklich von Kreisklasse Niveau. Alle Protagonisten wären nicht in dieser Klasse wenn sie alle Schlagtechniken perfekt beherrschen würden. Und die meisten in diesen Regionen haben doch deutlich Unterschiede zwischen VH und RH, meist in Richtung VH was in der Konsequenz bedeutet den Gegner vorrangig in die RH zu ziehen. Macht man das noch mit ordentlich Spin dann kommen nicht mehr so viele Bälle zurück.
Im Doppel wenn man zudem ungünstig steht ist das noch viel wichtiger. Da behaupte ich ist ein ordentlicher Topspin in die RH zu 90% ein Punktgewinn
Antworten