Vorteile (und Nachteile) des Spiels mit MLN

Noppenlänge i.d.R. zwischen 0,8 und 1,4 mm (Aspect Ratio ca. 0,8-0,9)

Moderator: Noppen-Test-Team

TT-Schlumpf
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Vorteile (und Nachteile) des Spiels mit MLN

Beitrag von TT-Schlumpf »

Moin liebe MLN-Kollegen,

ich frage mich, was die Vorteile für ein Spiel mit mittellangen Noppen sind. Und eben auch die Nachteile. Da interessieren mich eure Meinungen und Erfahrungen als MLN-Spieler. Anders formuliert: Weshalb spielt ihr mit halblanger Noppe?

Hintergrund:
Ich möchte von den langen (für meine TTR>1550-Gegner harmlose) Noppen weg und mit der RH Druck ausüben können. Mehrere empfahlen mir, auf MLN umzusteigen, was ich nun tue. Der neue Schläger setzt sich zusammen aus:
Holz = BTY Mazunov-Holz
VH = Andro Rasanter R42
RH = halblange Noppe, BTY Ilius 1.3 mm, später vielleicht den Friendship 563-1.

Schläge per se klappen insgesamt sehr gut - ich muss nur mein Spielkonzept finden und umsetzen.

Als entscheidende Vorteile für meine RH verspreche ich mir bessere und sichere, auch eklige Blocks, Schüsse oder Druckschläge auf leere Bälle und vor allem die Vorbereitung für meine wirklich starke Vorhand. Ich sehe auch Potenzial, gegnerische Aufschläge aggressiv retournieren zu können. Ich vermute, dass Nachteile darin bestehen, auf gegnerischem Schupf eine gute RH-Antwort zu finden.

Dann freue ich mich auf eure Cents :).
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Unimaginer
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Re: Vorteile (und Nachteile) des Spiels mit MLN

Beitrag von Unimaginer »

Vorweg: der Ilius ist eigentlich eine Lange Noppe, keine halblange :D auch wenn er mit dem dicken Bremsschwamm eher MLN spielbar ist.

Ich selbst spiele zwar lange Noppen, aber mein Bruder spielt seit knapp 6 Jahren halblange Noppen (TTR so 1450 +-50. Erst lange Killer Pro, dann kurz Minotaur und jetzt seit Sommerpause den Flashback in 1.5) Wir spielen Kreisliga.

Wir trainieren im Prinzip immer zusammen daher kenn ich die Schwachstellen der MLN sehr gut.

Generell würde ich sagen gilt für MLN im Vergleic zu LN (Achtung: ich spiele OX. Zu LN mit Schwamm sicherlich nicht ganz so extrem der Unterschied)

- MLN Schnittempfindlicher. Blatt muss beim Block mehr geschlossen werden.
- Hackblock oder Seitwischer von der Beschaffenheit der MLN abhängig. Mit Flashback (sehr elastische Noppen) noch möglich.
- Technik eher Noppen-Innen Ähnlich. Schupfs lassen sich kontrollierter spielen.
- Offensive (vor allem Schüsse) wesentlich einfacher bei MLN als bei LN
- MLN vor allem am Tisch wirkungsvoll. In der Abwehr sind LN effektiver.
- Mein Bruder nutzz seine MLN für ein druckvolles Blockspiel am Tisch. Schnelle Topspins werden passiv abgetropft und haben eine sehr eklige Flugbahn. Sobald ein Topspin zu lahm oder zu hoch kommt schiesst er mit der MLN oder drückt sie rein.
- Gefühlt produziere ich mit meiner LN deutlich mehr Vorlagen als er mit seiner MLN. Durch den reinen Störeffekt seiner MLN gewinnt er auch nicht gegen 1500+ Gegner bzw. wenn dann auch nur wenn da einer gar keine Ahnung von Noppen hat. Er gewinnt seine Spiele eher durch eine extreme Sicherheit —> jeder Block sitzt, sehr variabel mit VH RH, gute Platzierung auf die Ecken mit MLN.

Der Umstieg von LN auf MLN dauert sicherlich was. Wenn du aber mit dem Ilius in 1.3 ganz gut zurecht kommst, könnte da schon passen :) Vor allem zu deiner gedachten Spielweise: Blocks, Schüsse und Druckschläge passt eine MLN. Hier ist nur wichtig dass du auch wirklich durchgehend aktiv mit der MLN gegen gehst. Nur rumlullern ist nicht sonderlich effektiv. Ein guter Mix aus Schupfen, Drücken und Platzieren ist wichtig.

Ich kann dir dann den MSP Flashback oder auch den Giant Dragon 612 jeweils in 1.5 oder sogar 1.0 empfehlen. Sehr variabel und relativ einfach zu spielen. Für maximalen Ekelfaktor (dann allerdings auch für dich) nimm eine der Killer Varianten vom Doc.
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vhmlnox
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Re: Vorteile (und Nachteile) des Spiels mit MLN

Beitrag von vhmlnox »

Habe auch lange MLN gespielt (auf der Vorhand), einige Zeit sogar in ox (daher der Nickname) und kann Unimaginer in allem zustimmen.
Die große Stärke von MLN ist ihre Variabilität - und da denke ich, ist der Flashback in 1,5 mm momentan kaum zu schlagen. Der Nachteil ist, dass es für jeden Schlag einzeln genommen bessere Belagarten gibt: KN sind druckvoller, LN können in der Abwehr mehr Schnitt erzeugen etc. Aber so, wie du dein Spiel beschreibst sind MLN für dich genau richtig, zumal auf der Rückhand, wo du keine Endschläge spielen musst (das war für mich der Grund, auf störige KN zu wechseln).
Ich würde störige MLN wie den Flashback im gefühlten Störeffekt beim Block und im Angriff sogar ggü. LN vorne sehen, weil die Bälle deutlich schneller beim Gegner sind. Außerdem ist es für den Gegner kognitiv schwerer, sich umzustellen, weil die Bewegungen aussehen wie mit NI (gerade auch beim Schupf) - bei LN ox merkt (und hört) man ja gleich, dass etwas anders ist.
Auf jeden Fall viel Freude beim Experimentieren!
Momentan im Test:
Holz: Der Materialspezialist Invictus
Vorhand: Dr. Neubauer Explosion Pro 1,2
Rückhand: Victas V>15 Limber, 2,0

Spielschläger letzte Saison:
Holz: Der Materialspezialist Invictus
Vorhand: Der Materialspezialist Flashback, 1,8
Rückhand: Andro Rasanter 37, 1,7
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Re: Vorteile (und Nachteile) des Spiels mit MLN

Beitrag von TT-Schlumpf »

Vielen Dank für eure ausführliche und hilfreiche Antworten! :ok:

Dass der Ilius eine lange Noppe ist, war mir nicht bewusst. Da der Flashback mir mehrfach ins Auge gestochen ist und dieser hier wieder so positiv erwähnt ist - habe ich mir diesen in 1.5 bestellt. Euren Beschreibungen nach scheint der zu mir zu passen. Deswegen ist dieser einen Test wert.

Schläge im Training gelingen, aber im Trainingsspiel bin ich mit dem Ilius gestern bös untergegangen. Muss den Spielaufbau noch herausfinden und verstehen.

Ich werde berichten. Muss zugeben, dass ich 3 Rückhand-Optionen teste mit dem Mazunov-Holz (Holz und Vorhand sind gesetzt!):

* mit ox-Belag und mehr Drehen, da ich auch gut mit NI-Belag auf der RH spielen kann
* mit halblanger Noppe
* mit NI-Belag - zumal das Mazunov-Holz mir eine tolle Ballrückmeldung liefert

Gut, dass noch was Saisonpause ist :mrgreen:
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Re: Vorteile (und Nachteile) des Spiels mit MLN

Beitrag von Unimaginer »

Gerne :) Der Ilius ist wie ich finde auch sehr speziell. Mit dem muss man immer aktiv spielen. Passiv total ungefährlich und nur leere, hohe Bälle. Mit dem Flashback machst du nichts falsch :D.

Wenn du noch ein bisschen mehr OX Feeling haben willst aber nicht auf die Vorteile einer MlN verzichten willst kannst du dir bei TTDD auch mal de Bomg King Roc in OX angucken und dann einen 0.5mm Schwamm drunterkleben. Hatte ich mal kurz getestet und war sehr eklig. Der King Roc wird dann zum echten Bringerbelag mit tollen Schussoptionen. Durch den dünnen Schwamm sehr kontrolliert.

Viel Erfolg beim Testen :)
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Re: Vorteile (und Nachteile) des Spiels mit MLN

Beitrag von TT-Schlumpf »

Eine Frage habe ich noch. Irgendwo im Forum habe ich den Satz gelesen, dass MLN in ox "Mist" sei, finde die Stelle nur nicht mehr.

Weißt einer von euch, weswegen?
(Damit ich mir gegebenenfalls diesen Test ersparen kann.)

Stichwort "Bomb King Roc" mit 0.5 mm Schwamm:
Klingt sehr gut, weiß nur nicht, ob ich es mir zutraue, einen Schwamm drunter zu kleben. Hört sich an nach einen perfekten Übergang von ox-Noppe zur MLN. Wäre wohl die letzte Option, wenn die restlichen Alternativen nicht weiterbringen.
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Re: Vorteile (und Nachteile) des Spiels mit MLN

Beitrag von vhmlnox »

TT-Schlumpf hat geschrieben: Samstag 16. Juli 2022, 16:19 Eine Frage habe ich noch. Irgendwo im Forum habe ich den Satz gelesen, dass MLN in ox "Mist" sei, finde die Stelle nur nicht mehr.

Weißt einer von euch, weswegen?
(Damit ich mir gegebenenfalls diesen Test ersparen kann.)
Hab das selber lange gespielt. Leider stimmt es, dass MLN ox sehr schwierig zu spielen sind: Vor allem der Block ist sehr unsicher und in den Angriffsschlägen ist dann doch recht wenig Wumms - man verlässt sich im Grunde auf den Störeffekt am Tisch, aber wenn ein Gegner einen Schritt zurück geht die Bälle flach zurücklöffelt, kann man nichts erzwingen. Und den Schnitt von LN ox bekommt man auch nicht rein.
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Re: Vorteile (und Nachteile) des Spiels mit MLN

Beitrag von Unimaginer »

TT-Schlumpf hat geschrieben: Samstag 16. Juli 2022, 16:19 Eine Frage habe ich noch. Irgendwo im Forum habe ich den Satz gelesen, dass MLN in ox "Mist" sei, finde die Stelle nur nicht mehr.

Weißt einer von euch, weswegen?
(Damit ich mir gegebenenfalls diesen Test ersparen kann.)

Stichwort "Bomb King Roc" mit 0.5 mm Schwamm:
Klingt sehr gut, weiß nur nicht, ob ich es mir zutraue, einen Schwamm drunter zu kleben. Hört sich an nach einen perfekten Übergang von ox-Noppe zur MLN. Wäre wohl die letzte Option, wenn die restlichen Alternativen nicht weiterbringen.
Das Kleben ist ganz einfach. Wie wenn du einen normalen Belag aufs Holz klebst. Der Bomb King Roc in OX hat auch ein sehr solides Untergummi, lässt sich viel einfacher kleben als OX LN.
Stteich die Rückseite des King Roc und den Schwamm jeweils mit einem Kleber deiner Wahl ein, lass ihn trocknen und papp die beiden dann zusammen. Anschliessend dasselbe dann nochmal mit der anderen Schwammseite und dem Holz.

Alternativ kannst du auch erst den Schwamm aufs Holz kleben und dann die OX MLN auf den Schwamm. Ist eigentlich egal. Beides nicht schwierig :)
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Re: Vorteile (und Nachteile) des Spiels mit MLN

Beitrag von TT-Schlumpf »

Moin,

vielen Dank für eure Cents! Sehr plausibel und fundiert :ok: .

@vhmlnox: Ja, einer versuchte mich dazu zu überreden, auch die MLN ox zu testen. Hab aber keine Lust dazu zumal ich von vorne herein das Bauchgefühl hab, dass dies weder Fisch noch Fleisch ist, und dein Statement bestätigt dies. Absolut nachvollziehbar: Schenke es mir also den Test und spare mir die Zeit :).

@Unimaginer: Cool! Ich glaube ich bestelle den Belag mit Schwamm - kostet ja nicht viel. Hab den typischen Contrakleber - der ist gut, auch wenn sich meine Frau bisweilen über den Gestank beschwert. Der Beschreibung in ttdd nach ähnelt der Schwamm dem von Bomb Hammer, und der hat eine Härte von ca. 45 Grad. Da würde der Tulpe China 44-46 passen - den gibt's auch in der Dicke 0.5 mm. Gute Wahl oder fällt dir/euch ein besserer Tipp ein?
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Re: Vorteile (und Nachteile) des Spiels mit MLN

Beitrag von Unimaginer »

TT-Schlumpf hat geschrieben: Sonntag 17. Juli 2022, 12:10
@Unimaginer: Cool! Ich glaube ich bestelle den Belag mit Schwamm - kostet ja nicht viel. Hab den typischen Contrakleber - der ist gut, auch wenn sich meine Frau bisweilen über den Gestank beschwert. Der Beschreibung in ttdd nach ähnelt der Schwamm dem von Bomb Hammer, und der hat eine Härte von ca. 45 Grad. Da würde der Tulpe China 44-46 passen - den gibt's auch in der Dicke 0.5 mm. Gute Wahl oder fällt dir/euch ein besserer Tipp ein?
Mit dem Tulpe Schwamm fährst du gut :) ich hatte damals den 30-35 in 0.5 gehabt. Letztendlich aber auch Geschmackssache ob du lieber harte oder weiche Schwämme magst, wobei das in 0.5 noch nicht den riesengroßen Unterschied machen dürfte.
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Re: Vorteile (und Nachteile) des Spiels mit MLN

Beitrag von Unimaginer »

vhmlnox hat geschrieben: Samstag 16. Juli 2022, 20:49

Hab das selber lange gespielt. Leider stimmt es, dass MLN ox sehr schwierig zu spielen sind: Vor allem der Block ist sehr unsicher und in den Angriffsschlägen ist dann doch recht wenig Wumms - man verlässt sich im Grunde auf den Störeffekt am Tisch, aber wenn ein Gegner einen Schritt zurück geht die Bälle flach zurücklöffelt, kann man nichts erzwingen. Und den Schnitt von LN ox bekommt man auch nicht rein.
Geb dir im Prinzip recht. Würde aber der Vollständigkeit halber hier mal klassische China MLN OX ausklammern („Brettchenbeläge“) . Insbesondere den Friendship Dr Evil, Palio WP 1013 und Yinhe Pluto, die sich meiner Meinung nach auch in OX gut spielen lassen. Hier im Forum gibts auch ein paar Seiten dazu, schau mal über die Suchfunktion. Alle drei sind in OX sehr sehr sicher und haben dieses typische OX Feeling was eher einer LN ähnelt. Ideal für Block- Konter - Schussspiel am Tisch
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Re: Vorteile (und Nachteile) des Spiels mit MLN

Beitrag von Croudy »

Ich als Nicht-Noppenspieler kann dazu kurz und prägnant nur folgendes sagen:

- MLN bietet prinzipiell mehr Störeffekt als KN, aber eben weniger als LN
- MLN lässt sich prinzipiell offensiver besser einsetzen als LN, aber weniger gut als eine KN

-> MLN liegt eben bei fast allen Eigenschaften zwischen KN und LN - so einfach kann man das auf den Punkt bringen...
Xiom Michelangelo - andro Rasanter R48 2.0 - Butterfly Tenergy 25 FX 1.7
GeblockTT - Tischtennis. Hart aber sicher.
ClausTrophobie
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Re: Vorteile (und Nachteile) des Spiels mit MLN

Beitrag von ClausTrophobie »

Moin,

Habe auch mehrere Jahr MLN (563-1, Keiler) gespielt.
Meiner Meinung nach gehört zu MLN eine offensive Spielstrategie und Einstellung.
Da man mit MLN so gut wie keinen Schnitt erzeugen kann, bekommt man defensiv gegen etwas bessere Spieler um die Ohren.
D.h. man muss möglichst früh den Ball aufmachen um ins offene Spiel zu kommen.
Vorteil ist, dass man das auch mit fast jedem Ball machen kann. Auch auf US kann man per Noppentop/Heber ins Kontern kommen.

Gute Beispiele auf youtube bei den Damen (beide MLN auf der Rückhand):
Ai Fukuhara (Armstrong Attack 8L)
Miao Miao (563, Speedy-Soft auf der VH)

Grüße Claus
Ceterum censeo Plauderecke esse delendam!

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Holz: Dr. Neubauer Matador Texa gerade
VH: Spinlord Irbis 1,8mm
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Re: Vorteile (und Nachteile) des Spiels mit MLN

Beitrag von TT-Schlumpf »

Moin, ich wieder - hab eine Runde getestet - alles mit dem Mazunov-Holz und auf der VH den Rasanter R42 Max. Das ist und bleibt mein Referenzmaterial.

Hab den Friendship 563-1 mit 1.5 mm Schwamm und ox getestet. Sehr gewöhnungsbedürftig, und ich müsste mein Spiel komplett umstellen.
Dennoch mit 1.5 mm Schwamm interessant, weil der Block und Konter sagenhaft sind. Aber von nix kommt nix: Der Trainingsaufwand wäre entsprechend hoch.
Mit ox ist nix - jedenfalls für mich nicht. Weder Fisch noch Fleisch.

Dann den Ilius 1.3 mm getestet. Wesentlich kontrollierter als der Friendship, aber nicht mein Spiel, zumal ich im Laufe der Testerei merkte, dass mir hierfür "die Hand" fehlt.
Dann hab ich den Schwamm abgezogen. Alter Schwede: zuerst mit Bügeleisen versucht, maximale Hitze. Hab ca. 45 Minuten gebraucht und bekam die Hälfte des Schwamms ab. Dann Aceton genommen und die anderen 45 Minuten rumgedoktort. Hab ich was falsch gemacht oder ist der Kleber bei diesem Belag so extrem? (Beim Friendship ging es ruckzuck: Mäßige Bügeleisenhitze und ab war der Belag vom Schwamm.)

Jedenfalls hatte ich so einen Ilius ox. Ein Sahnebelag! Ganz fantastische Kontrolle hinsichtlich Block, Schupf und Unterschnittabwehr. Ein "gedrückter" Konter geht damit super, auch ein aktiver Block. Die technischen Möglichkeiten sind immens. Wenn alles auch nicht so gefährlich. War dennoch nichts für mich, da ich damit das Spiel nicht aufbauen konnte. Jedenfalls nicht gegen einen, der gut auf Noppe kann. Dennoch kann ich den Test nur wärmstens empfehlen, wer Überlegungen in diese Richtung anstellt. Da das Obergummi so dick ist, denke ich, dass es sich bei diesem ox-Belag um einen fließenden Übergang zwischen ox-Belag und Belag mit dünnem Schwamm handelt.
Zudem war mein Vereinskollege auf einem Turnier und erzählte von einem Spieler aus der Landesliga, der mit der Vorhand alles anzog und auf der Rückhand einen Ilius 0.5 mm spielte. Er spielte tischnahe Abwehr und machte einfach keine Fehler und platzierte nahezu jeden Abwehrschlag bis zum Ende der gegnerischen Tischkante. (Die Abwehr war so sicher, dass mein Kollege vermutete, dass der Belag behandelt gewesen sei - das glaube ich aber anhand meiner oben beschriebenen Erfahrung aber nicht, zumal ich im Training bei der Abwehr ähnlich gut platzieren konnte.)

Dann den Hellfire ox getestet. Für mich ziemlich unkontrolliert. Wurde ich auch abgeschossen. (Ich spiele hauptsächlich tischnah.) Auch wenn im Training tolle Schläge wie flache Hackblocks, normale Blocks (wenn man die Bälle früh nahm) und Abwehrschläge gelangen. Die Beläge haben alle Potenzial, aber unsereins muss halt damit trainieren. (Oder ich.)

Und nun bin ich beim Tibhar Grass D. Tecs gelandet und werde ihn voraussichtlich in der kommenden Saison spielen. Für mich sehr sicher, wenn auch für den Gegner nicht gefährlich. Aber mit diesem Belag bin ich am vertrautesten. Ich nahm an einem Turnier teil, musste in den ersten Spielen was rein kommen und hatte dann den Dreh was heraus - mir gelang sogar ein Sieg gegen einen, der ca. 120 TTR-Punkte mehr als ich hatte. Mein angepeiltes Konzept ist, deutlich mehr zu drehen und so meine NI-Seite als RH einzusetzen. Für Block, Schupf und Angriff.

Zudem übe ich mit meinem Zweitschläger, auf dem beide Seiten sich je ein NI-Belag auf meinem - auch Mazunov-Holz - befindet. Mal sehen, ob ich zu alter Stärke zurück komme. Zumal ich mit keinem Material so schnell und dennoch kontrolliert spielen konnte wie mit Rasanter+Mazunov. Im Training hab ich ein tolles Ballgefühl, Topspins klappen super! Mal sehen, ob ich dann den Dreh hinsichtlich Spielaufbau hinbekomme. Dann wäre ein Wechsel zu NI eine ernsthafte Option für mich. Technik und Verständnis hab ich hierfür.
Im Nachhinein fällt mir ein: So übe ich auch automatisch die Aufschlagannahme mit der NI-Rückhand, wenn ich hinterher mit dem DTecs-Schläger spiele! Hätte ich noch mehr spielerische Varianten.

Flashback und Bomb King Roc teste ich dann eventuell in der Winterpause. Mir reicht es jetzt erstmal. :)
Zuletzt geändert von TT-Schlumpf am Samstag 6. August 2022, 16:48, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Vorteile (und Nachteile) des Spiels mit MLN

Beitrag von Phoenix »

DTecs für den Gegner nicht gefährlich!?
Holz: Arbalest Bogen
VH: Xiom Vega X, 2,0mm schwarz
RH: S&T Hellfire X, OX rot
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