Physik des Schlägers

Du hast deinen optimalen Schläger gefunden und möchtest dich nun auch spielerisch verbessern. Hier entsteht eine Sammlung von praktischen Tipps, Hinweisen, Übungen und Trainingsanleitungen zum Spiel mit Material.

Moderator: Noppen-Test-Team

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jaja
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Physik des Schlägers

Beitrag von jaja »

Hier mal eine Frage zu einem Thema welches vielleicht schon einmal besprochen wurde. Hat die Umgebung Einfluss auf die Beläge und das Holz.

Die Situation. Punktspiel gegen den entferntesten Gegner im Landkreis, Fahrtzeit 1 Stunde, Außentemperatur 7 Grad, Dauerregen und hohe Luftfeuchtigkeit und Tasche im Kofferraum. Angekommen in der Halle, richtig kalt, alle in Trainingsjacke, ca. 16 Grad. In der Halle 2 Punktspiele, damit ist die Halle voll ausgelastet. Es befinden sich inkl. Zuschauern ca. 50 Personen in der Halle, alle fluchen über schlechte Luft und kaum Platz um sich zu bewegen.

Einspielen und schon geht das Theater los, Bälle kommen oft zu kurz oder zu lang, Aufschläge springen viel zu hoch ab. Start Doppel 1, unser Spielsystem Partner bereitet vor oder hält den Ball im Spiel und ich schieße den Gegner ab, ungeschlagen seit 4 Spielen. Nun geht das Theater weiter und mein Partner weißt mich darauf hin, dass ich noch nie so viele Bälle verschlagen habe, trotzdem dank schwacher Gegner 3:0. Meine Trefferquote sonst über 90%, jetzt höchstens 70%.

Na gut dann weiter und erstes Doppel gegen Anti, keine Schnittumkehr, auf jeden Ball Attacke mit dem Anti, Bälle tauchen extrem ab und rutschen durch, eindeutig Nittaku Best Anti, kein Problem unter 1600. Und nun kommt es richtig dicke, Bälle fliegen ohne Grund ins Netz oder fliegen weit über den Tisch, Kontrolle ist fast unmöglich und 11:9 im fünften Satz verloren gegen einen Gegner den ich im richtigen Leben mit 3:0 oder 3:1 abfertigen müsste.

2. Einzel, Gegner reiner Unterschnitt- und Konterspieler, Beläge erinnern mich an Sriver 1,5 oder 1,2 mm. Alles easy, aber es kommt noch schlimmer. Bälle wieder ins Netz oder weiter über die Platte und jetzt kommt unerwartet ein weiteres Problem dazu, die Bälle rutschen vom Belag und fallen auf den Tisch oder sogar noch vor den Tisch, beim Gepard mehr als beim Keiler. Nichts ist noch möglich, kein Unterschnitt, kein Topspin und schon lange kein Schuss, 3:1 verloren durch vorsichtiges Setzen.

Unfassbar, so etwas ist mir noch nie passiert und ich bin noch immer völlig fassungslos.

Wem ist das schon passiert oder wer hat eine Lösung, vor allen Dingen wer hat eine Erklärung?
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rapo
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Re: Physik des Schlägers

Beitrag von rapo »

Es gibt halt Tage da verliert man und dann gibt es Tage , da gewinnen die anderen.
Mal ernsthaft: Zweifellos haben äussere Verältnisse wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit Einflüsse auf unser Spiel, vielleicht warst Du aber auch nicht so gut drauf? Bist Du dir so sicher, dass du gegen diese Gegner, gegen die Du verloren hast, "normalerweise" immer haushoch gewinnst? Hast Du da eine Statistik?
Tigernoppe
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Re: Physik des Schlägers

Beitrag von Tigernoppe »

Das Klima kann natürlich Einfluss auf dein Spielverhalten haben, jedoch spielen auch die Tische, der Hallenboden und der Ball eine große Rolle. Waren bzw sind diese auch anders als sonst, kanns schonmal richtig schlecht laufen.
4olaf
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Re: Physik des Schlägers

Beitrag von 4olaf »

zumal - wenn du auf luftfeuchtigkeit anspielst und du auf der anderen seite sagst, es war saukalt - kann die luftfeuchtigkeit nicht so hoch gewesen sein (warme luft speichert mehr wasser). ich denke eher mal, dass da viele faktoren zusammenkommen - angepisst wegen den verhältnissen, kalte temperatur usw...wenn bälle zu hoch abspringen hat das z.b. auch weniger etwas mit der umgebung wie kälte und luftfeuchtigkeit, sondern eher mit tisch/ball kombination zu tun - sowas nennt man auch "heimvorteil".
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ardane
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Re: Physik des Schlägers

Beitrag von ardane »

Bei höherer Luftfeuchtigkeit wächst das Netz schneller.
Aber immer nur auf der eigenen Seite.
Adventszeit! Was schenkt man einem Tischtennisspieler (m/w/d)?
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ttdd
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Re: Physik des Schlägers

Beitrag von ttdd »

Das Wetter hat einen gigantischen Einfluss auf das Spielverhalten. Ist der Schläger kalt, weil er längere Zeit in einem kalten Kofferraum lag, sinkt die Performance drastisch ab (Tempo und Spin reduzieren sich um teilweise mehr als 50%)
Ich würde den Schläger auf der Heizung aufwärmen (nicht direkt drauf, aber nah dran), wenn die Umgebungstemperatur in der Halle nicht ausreicht, um den Schläger auf Betriebstemperatur zu bringen.

Es gibt immer wieder Kunden, die einen Schläger von uns, der tagelang in einem kalten Paket unterwegs war, sofort nach Empfang spielen und sich dann wundern, wie schlecht er sich spielt. Er braucht aber schon einige Stunden, bis er wieder eine normale Performance hat. Da man bei einem Spiel nicht so lange warten kann, würde ich eben mit der Heizung nachhelfen, auch wenn das an sich eine unschöne Brachialmethode ist, aber es funktioniert.
Mit freundlichen Gruessen

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Re: Physik des Schlägers

Beitrag von Alex-TTZ-Keye »

Da kann ich auch nur zustimmen.

Deswegen sieht man auch viele die ihrem Schläger Körperwärme verpassen. :lol:
Unter den Arm klemmen, unters Trikot, Heizung. Ich kenne jemanden, der einen Akku-Taschenwärmer in der Tasche platziert. :!:

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Schnuffi
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Re: Physik des Schlägers

Beitrag von Schnuffi »

4olaf hat geschrieben: Dienstag 14. November 2023, 08:56 zumal - wenn du auf luftfeuchtigkeit anspielst und du auf der anderen seite sagst, es war saukalt - kann die luftfeuchtigkeit nicht so hoch gewesen sein (warme luft speichert mehr wasser). ich denke eher mal, dass da viele faktoren zusammenkommen - angepisst wegen den verhältnissen, kalte temperatur usw...wenn bälle zu hoch abspringen hat das z.b. auch weniger etwas mit der umgebung wie kälte und luftfeuchtigkeit, sondern eher mit tisch/ball kombination zu tun - sowas nennt man auch "heimvorteil".
Es ist aber nicht die absolute, sondern die relative Feuchtigkeit, die entscheidend ist. Und die kann eben auch im Winter sehr hoch sein.
Aber wie auch immer, wenn man nicht gerade mit Glanti anrückt, betreffen die Umgebungsverhältnisse in der Halle alle Spieler gleichermaßen
jaja
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Re: Physik des Schlägers

Beitrag von jaja »

Hallo Freund Köhler, danke für den Tipp. Ich habe so etwas geahnt. Der Schläger war vorher in einem nicht geheizten Zimmer gelagert, alles zusammen war wohl zu viel des Guten. Die Beläge sind Top, das Holz sicher und super schnell, also schon eine ideale Kombi mit der man bis 1800 mit meinem Talent mal gewinnen kann und sie bleiben drauf.

Und jetzt der Reihe nach, die Gegenspieler waren 1300er, die ich normalerweise 3:0 weg schieße, klar können die auch mal einen Satz holen, wenn es richtig gut für sie läuft:-). An schlechten Tagen verliere ich auch gegen 1500er permanent, solche Leistungskurven sind normal. Was nicht normal ist, dass Bälle auf dem Belag durchrutschen und auf dem Boden fallen. Darum noch einmal danke für die zumindest brauchbaren Tipps, besonders für den mit dem Taschenwärmer, ich denke das ist eine machbare Lösung.

Man sieht sich bei den Seniorenbezirksmeisterschaften und drückt mir die Daumen, vielleicht schaffe ich es ja mal zu den Landesmeisterschaften.
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Bommel
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Re: Physik des Schlägers

Beitrag von Bommel »

Ein nicht zu vernachlaessigender Faktor ist die Luftfeuchtigkeit. Habe ein Messgeraet mit in den Spielraum genommen. In einem schnellen Spiel (9:3)in dem der Gegner dezimiert und mit Ersatz antrat ging die Luftfeuchtigkeit um 30% auf ueber 80 hoch. Topspinn war kaum noch moeglich und der Ball hinterlies einen nassen Fleck auf dem Schlaeger. Beim letzten Heimspiel schimpften die extrem guten Gegner ueber die Zustaende, die aber erst so nach 2 Std anfingen. Das war nicht das erste mal, dass sich Spieler beschwerten. Aber ist nicht zu aendern. Nur sind halt Spieler die mit Topspinn agieren etwas im Nachteil. Wie Olaf schon schrieb: Heimvorteil

Waere interessant zu wissen wie hoch die Luftfeuchtigkeit bei einem 4 Std Match ist.
4olaf
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Re: Physik des Schlägers

Beitrag von 4olaf »

Schnuffi hat geschrieben: Dienstag 14. November 2023, 12:34
4olaf hat geschrieben: Dienstag 14. November 2023, 08:56 zumal - wenn du auf luftfeuchtigkeit anspielst und du auf der anderen seite sagst, es war saukalt - kann die luftfeuchtigkeit nicht so hoch gewesen sein (warme luft speichert mehr wasser). ich denke eher mal, dass da viele faktoren zusammenkommen - angepisst wegen den verhältnissen, kalte temperatur usw...wenn bälle zu hoch abspringen hat das z.b. auch weniger etwas mit der umgebung wie kälte und luftfeuchtigkeit, sondern eher mit tisch/ball kombination zu tun - sowas nennt man auch "heimvorteil".
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Aber wie auch immer, wenn man nicht gerade mit Glanti anrückt, betreffen die Umgebungsverhältnisse in der Halle alle Spieler gleichermaßen
ja, da hast du vollkommen recht...ich habe aber noch nie eine kalte halle erlebt, wo 80% luftfeuchtigkeit z.b. herrschte - das phänomen kennt man eher von den schwülen sommermonaten, wo man nach einer halben stunde den film von den belägen abstreichen kann...und selbst da stört die luftfeuchtigkeit natürlich, aber ist immer noch spielbar bzw. die spieleinwirkungen sind eigentlich bekannt...solange man nicht weiß, wie dort wirklich die luftfeuchtigkeit ist/war (schlechte luft ist für mich etwas anderes), würde ich das erst mal ausschließen. das passt auch nicht zum beschriebenen verhalten der bälle - zumal er noch mit kurzer und langer noppe spielt, da dürften die probleme eher bei den "normalen" spielbelägen sein (oder wie du schon ansprachst bei anti-top belägen - da kannste dich dann tot putzen und bringt nix).

extrem schlimm sind dann kleine halle, warme! temperaturen, viele spieler die schwitzen...dann kannst du nach 1-2 stunden eigentlich aufhören zu spielen. :wink:
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jaja
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Re: Physik des Schlägers

Beitrag von jaja »

So nun mal auf die Ratschläge gehört. Den Schläger in einer Hülle am Morgen auf einen niedrig gestellten Heizkörper plaziert und vor dem Training in die Tasche gepackt. 10 Minuten Fahrt zur Halle und los.

Training verlief normal, eigentlich besser als normal. Der Keiler 1 hatte einen starken Störeffekt, plaziert wie an den besten Tagen. Der Gepard hatte einen stärkeren Katapult und eine höhere Geschwindigkeit, nach zwei mal schieben, sonst gar nicht mein Spiel, konnte ich nicht mehr anziehen, der Ball des Gegners flog über das Netz.

Nach dem Training wollte ich es wissen, Spiel gegen 1360 3:0, Spiel gegen 1460 3:0 und Spiel gegen 1650 zu Null.

Was soll ich sagen. Einfach mal Danke für die Ratschläge.
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Re: Physik des Schlägers

Beitrag von littlecranede »

Hallo ,

ich tippe mal es war die Kälte, die das Gummi sich hat zusammen ziehen lassen und dieser Steif wurde.
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Re: Physik des Schlägers

Beitrag von Olli-Nr.1 »

Zusammengefasst sind es die Niederlagen, welche uns die größten Möglichkeiten zum Reflektieren und Lernen bieten. Der kluge Spieler zieht die richtigen Schlüsse und wächst durch jede Niederlage.
Niederlagen sind Geschenke des Lebens.

"Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allen ihn trennt."
Hermann Hesse


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