'Drehen' als Taktik bei unterschiedlichen Belägen

Du hast deinen optimalen Schläger gefunden und möchtest dich nun auch spielerisch verbessern. Hier entsteht eine Sammlung von praktischen Tipps, Hinweisen, Übungen und Trainingsanleitungen zum Spiel mit Material.

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ttbleki
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'Drehen' als Taktik bei unterschiedlichen Belägen

Beitrag von ttbleki »

Möchte mich an diejenigen unter euch wenden, die Erfahrung mit dem Drehen des Schlägers im Wettkampf haben. Dabei interessiert mich a) die Drehtechnik an sich, dh. muß der Schlägergriff gerade sein, soll ein Griffband verwendet werden oder genügt ein Feinschliff d. Griffs (Körnung > 600) um die Griffrotation möglichst zu beschleunigen u. b) der Zeitpunkt des Drehens, dh. schon ab Service od. während d. Ballwechsels ? Wie lange braucht man ungefähr, eurer Einschätzung nach, um wettkampfgerecht diese Technik einzusetzen ?
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Re: 'Drehen' als Taktik bei unterschiedlichen Belägen

Beitrag von Unimaginer »

Der Griff spielt für mich nur eine untergeordnete Rolle. Ich drehe in zwei Situationen:

- Ich habe schon ein paar Aufschläge gespielt und weiß, dass mein Gegner mir halbhoch in die RH retourniert
- Im Ballwechsel: Mein Gegner hält mich mit leeren Lullerbällen auf der Noppe und macht keine einfachen Fehler

Wichtiger Aspekt damit das drehen erfolgreich ist und du nicht auf dem falschen Fuß erwischt wirst: trainiere am besten parallel zu NI RH Schlägen genauso die Materialschläge auf der VH. Wenn du die LN OX auf der VH so gut beherrschst, dass dein Gegner dich nicht direkt abschiessen kann wenn du damit mal einen Ball spielst, kannst du quasi jederzeit im Ballwechsel drehen ;)
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Bono
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Re: 'Drehen' als Taktik bei unterschiedlichen Belägen

Beitrag von Bono »

Gerade ist in jedem Fall ne Hilfe. Griffband oder Körnung braucht man keine. Jie Schöpp hatte wohl immer einen kleinen Nagel auf einer Griffseite, um klarzuhaben , auf welcher Seite sie gerade ist. Am leichtesten ist das Drehen vom Rückhandgriff in den Rückhandgriff. Etwas schwieriger vom Vorhandgriff in den Vorhandgriff. Wenn man anfängt das zu mischen, verdreht man sich schnell und hängt irgendwo dazwischen. Rechte Hand: Man dreht die Hand Richtung Daumen und unterstützt minimal mit dem Daumen. Die anderen Finger machen so ziemlich gar nichts und halten nur. Vergleichbar ist die Bewegung vielleicht mit dem Daumenanschlag beim Gitarrenspiel. Es bringt insgesamt auch nicht so viel. Ich behaupte mal, beim Schlägerdrehen gehöre ich wahrscheinlich zu den besten in großem Umkreis, aber zu den besten Zeiten mit dem Stil habe ich in der Landesliga oben nur knapp positiv gespielt. Mit dem richtigen Setup wäre dieselbe Bilanz bei einem etwas anderen Spielstil vielleicht auch möglich gewesen. Es hängt also auch vom Spielstil ab. Klar wollen jetzt weltweit gerade viele lernen, ein offensives Hybridspiel aufzubauen nach den Geschehnissen bei den Damen-WM. Das ist noch schwieriger als in der Abwehr, aber wenn es klappt, wird es die Gegenüber komplett abnerven, wenn man mit Druck auch noch dreht. In der Abwehr bringt es nur bedingt was. Ich glaube, Bluhm dreht so gut wie nie und Filus nur beim Aufschlag und zur Offensive mit der Rückhand.
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Re: 'Drehen' als Taktik bei unterschiedlichen Belägen

Beitrag von pelski »

Bono hat geschrieben: Samstag 30. März 2024, 22:25 Gerade ist in jedem Fall ne Hilfe. Griffband oder Körnung braucht man keine. Jie Schöpp hatte wohl immer einen kleinen Nagel auf einer Griffseite, um klarzuhaben , auf welcher Seite sie gerade ist. Am leichtesten ist das Drehen vom Rückhandgriff in den Rückhandgriff. Etwas schwieriger vom Vorhandgriff in den Vorhandgriff. Wenn man anfängt das zu mischen, verdreht man sich schnell und hängt irgendwo dazwischen.
Bei den meisten dürfte das Erlernen des Drehens mit einem geraden Griff am einfachsten sein, da stimme ich dir zu.
Pauschal kann man das jedoch nicht sagen.
Es kommt auch darauf an welche persönliche Vorlieben man hat und welche individuelle Drehtechnik man sich angewöhnt hat.
Mir fällt das Drehen z.B. mit einem konkaven Griff deutlich leichter und ist für mich sicherer.
Habe die Tendenz mit einem geraden Griff zu "überdrehen". Das klappt bei mir mit konkav deutlich schneller und vor allem sicherer
ohne das ich da überdrehe oder nach dem Drehen noch die Griffhaltung korrigieren muss.

Bei einigen Spielanlagen ist das Drehen wie du schon gesagt hast gar nicht nötig und manchmal bringt das Drehen auch gar nichts oder kann sogar zum Eigentor werden. Im richtigen Zeitpunkt eingesetzt ist das Ganze natürlich schon effektiv,
wenn man z.B. auf der Materialseite zugelullert wird oder den Gegner mit einem Schnittwechsel oder Angriff überraschen kann
mit dem er gar nicht gerechnet hat.
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Re: 'Drehen' als Taktik bei unterschiedlichen Belägen

Beitrag von ttbleki »

danke vorerst1x an euch f. die informativen Rückmeldungen.
@Bono: wenn ich dich richtig verstehe, wäre die Drehrichtung dann v. re nach links ? Wie ist die Position d. Schlägers beim Drehen (leicht aufrecht - waagrecht - leicht gesenkt) ? Wird der Schläger f. die Drehung leicht nach vorn geschubst, um den Zeigefinger platzieren zu können ? Beim Robotertest ist mir jedenfalls das Drehen v. der VH Seite leichter gefallen (eher waagrechte Position d. Schlägers) als von der RH aus (gesenkte Drehposition).
@pelski: ich glaub auch, daß das Ganze mit geradem (vlt. individuell weiter angepaßtem) Griff besser funktioniert, die Drehtechnik an sich ist mM allerdings etwas, das man sich von jmd. , der Erfahrung mitbringt, zeigen lassen sollte, leider existieren in soz. Medien (Youtube) sehr wenig brauchbare Übungen dazu, eine Schritt f. Schritt Erklärung ist mir jedenfalls noch nicht untergekommen.
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Re: 'Drehen' als Taktik bei unterschiedlichen Belägen

Beitrag von ttbleki »

Ergänzung: wie macht das Mädchen das ??? https://www.youtube.com/watch?v=0Ybr7LMORr8&t=649s
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Re: 'Drehen' als Taktik bei unterschiedlichen Belägen

Beitrag von Störnoppenfan »

Ich kann mit beiden Griffen problemlos drehen,wobei es für mich mit konkav,so wie "pelski" es beschreibt,am einfachsten ist. Meine Griffe sind nicht angeraut oder gar mit einem Griffband versehen,sondern im originalen Zustand.Beim Drehen während des Ballwechsels sollte man antizipieren,wohin der Rückschlag kommt um nicht auf dem falschen Fuß erwischt zu werden.Bei eigenem Aufschlag drehe ich oft und zwar unter dem Tisch.So erkennt der Gegner erst sehr spät,mit welchem Belag der Aufschlag erfolgt.Das ist i.d.R. ein Vorteil für mich. :mrgreen:
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Re: 'Drehen' als Taktik bei unterschiedlichen Belägen

Beitrag von Harvey Wallbanger »

Schlägerdrehen ist wie Schnürsenkel binden.
Am Anfang wirkt es ziemlich kompliziert, ist aber nur Übungssache.
Wenn du einmal ein Gefühl dafür bekommen hast ist es das normalste der Welt.

Wen man es kann achtet man nicht mehr darauf was da jetzt vor sich geht.
Deshalb werden dir dazu auch wenige Personen den genauen Ablauf erklären können.
Beispielsweise unterscheidet sich der benötigte Schwung wenn dein Arm gerade von der Grundstellung auf die VH geht davon wenn er auf RH geht.
Und wie in dem Moment dein Körper beschleunigt ist macht auch wieder einen Unterschied.
Aber keine Angst, das Gefühl dafür kommt irgendwann von selbst.

Fang einfach mal an daheim im stehen den Schläger zu drehen.
Wenn das relativ häufig klappt dann setz dich auf die Couch und mach es im sitzen.
Funktioniert das, versuche es in bestimmten Situationen im Spiel.

Danach kommt es darauf an ob du mit gedrehtem Schläger irgendwelche gravierenden Probleme hast den Ball sicher zu spielen.
Wenn ja, dann drehst du erst wenn du sicher weißt was der Gegner für einen Ball als nächstes spielt.
Wenn nein dann kannst du auch spekulativ drehen falls es dir in der Situation vorteilhaft erscheint.

Mich überrascht etwas die hier getätigte Aussage wonach das Drehen für Abwehr mit Material nicht so wichtig ist.
Meiner Meinung nach ist es schon essentiell auf eine Ablage nach eigenem US-Abwehrball mit Unterschnitt weiterspielen zu können, auch wenn der Ball auf die RH kommt.
Ich würde sogar sagen, ohne diese Fähigkeit kann ein Verteidiger nicht wirklich gut werden.
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Re: 'Drehen' als Taktik bei unterschiedlichen Belägen

Beitrag von Phoenix »

Harvey Wallbanger hat geschrieben: Sonntag 31. März 2024, 15:50 Meiner Meinung nach ist es schon essentiell auf eine Ablage nach eigenem US-Abwehrball mit Unterschnitt weiterspielen zu können, auch wenn der Ball auf die RH kommt.
Ich würde sogar sagen, ohne diese Fähigkeit kann ein Verteidiger nicht wirklich gut werden.
Nee, der gehört mit der Noppe versenkt. Wieso sollte man auf eine Ablage passiv spielen
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Re: 'Drehen' als Taktik bei unterschiedlichen Belägen

Beitrag von EvilScientist »

Bono hat geschrieben: Samstag 30. März 2024, 22:25 Ich glaube, Bluhm dreht so gut wie nie und Filus nur beim Aufschlag und zur Offensive mit der Rückhand.
Ich war Ende des letzten Jahres beim Abwehrlehrgang von Florian Bluhm und Daniel Kleinert. Beide drehen in der Abwehr, um z.B. nach einer Ablage in die Rückhand mit der NI-Seite zu schupfen. Bluhm hat auch gesagt, dass er auf der VH-Seite bei sehr rotationsreichen Topspins mit der Noppen-Seite abwehrt und bei schnellen Bällen eher mit der NI-Seite. Kleinert dreht in der Abwehr auch sehr häufig, das kann man in seinen Videos gut erkennen.
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Re: 'Drehen' als Taktik bei unterschiedlichen Belägen

Beitrag von Bono »

Bei den auf Youtube sichtbaren Spielen dreht Bluhm nur beim Aufschlag und zum Rückhandangriff.
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Re: 'Drehen' als Taktik bei unterschiedlichen Belägen

Beitrag von TT-Rentner »

Harvey Wallbanger hat geschrieben: Sonntag 31. März 2024, 15:50 Wen man es kann achtet man nicht mehr darauf was da jetzt vor sich geht.
Deshalb werden dir dazu auch wenige Personen den genauen Ablauf erklären können.
Kann ich so unterschreiben. Ich habe kürzlich nach rund 20 Jahren Pause wieder angefangen zu spielen. Da habe ich natürlich so einige Anfangsschwierigkeiten gehabt. Aber das Drehen hat vom ersten Moment an so gut geklappt wie früher. Das ging einfach intuitiv ohne viel darüber nachzudenken.
Harvey Wallbanger hat geschrieben: Sonntag 31. März 2024, 15:50Mich überrascht etwas die hier getätigte Aussage wonach das Drehen für Abwehr mit Material nicht so wichtig ist.
Das erstaunt mich auch sehr. Wenn mich z.B. jemand mit Lullibällen auf der Noppe festnageln will, dann ist es doch naheliegend zu drehen und dann mit dem NI-Belag die Säge auszupacken. :roll:
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Re: 'Drehen' als Taktik bei unterschiedlichen Belägen

Beitrag von Bono »

ttbleki hat geschrieben: Sonntag 31. März 2024, 07:06 danke vorerst1x an euch f. die informativen Rückmeldungen.
@Bono: wenn ich dich richtig verstehe, wäre die Drehrichtung dann v. re nach links ? Wie ist die Position d. Schlägers beim Drehen (leicht aufrecht - waagrecht - leicht gesenkt) ? Wird der Schläger f. die Drehung leicht nach vorn geschubst, um den Zeigefinger platzieren zu können ? Beim Robotertest ist mir jedenfalls das Drehen v. der VH Seite leichter gefallen (eher waagrechte Position d. Schlägers) als von der RH aus (gesenkte Drehposition).

Ich persönlich kenne nur Leute, die Richtung Daumen drehen. Aber wer weiß... In jedem Fall drehe ich, ohne irgendwelche Finger anders zu platzieren.

Ich persönlich drehe, wenn der Schläger vor meinem Körper ist. Gleichzeitig beginnt aber schon die Ausholbewegung.

Meine Übung als Jugendlicher war, den Ball "hochzuhalten" und dabei zu drehen. Und die Übung dann mit der Vorhand und auch mit der Rückhand. Mal getrennt und auch mal im Wechsel...
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