Der Gegnertyp, gegen den ich immer verliere...

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Moderator: Noppen-Test-Team

samz66
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Der Gegnertyp, gegen den ich immer verliere...

Beitrag von samz66 »

Hi!
Mein Material etc. entnehmt Ihr meiner Signatur.
Mir geht es aber vornehmlich um meiner persönliche Erfahrung der letzten 3 Jahre Spielpraxis mit LN auf der RH. Insgesamt konnte ich mich verbessern, aber wir reden hier vom Niveau 1. Kreisklasse / Kreisliga.

Es gibt zwei Spielertypen im Verein, gegen die ich einfach kein Land sehe, egal ob ich mit Schläger 1 am Tisch oder mit Schläger 2 Lange Abwehr versuche:

Typ 1: Der Dynamiker
(Rückhandstarker, auf den Beinen schneller Angreifer, 1400 bzw. 1530 TTR)

Noppe interessiert den Dynamiker nicht - er ist heiß wie Frittenfett auf den ersten, schnellen Punkt.
Er greift jeden Aufschlag aggressiv an, der nicht zweimal aufspringt und flach ist oder tot und schnell auf den Ellenbogen kommt. US lieben sie, denn dann können sie besser ziehen, oft auch mit der RH aus der VH-Seite. Sobald man auch nur annähernd nicht in die Tischmitte spielt, bekommt man das Plastikei unerreichbar in extreme Winkel, oft kurz hinters Netz auf die weiße Linie gezogen. Ich hasse das.
Es scheitern bislang alle Versuche, ein Gegenmittel zu finden. Auch die Aufschlagannahme ist schon problematisch: Oft lange Rollangaben auf die RH und wenn ich die gut kriege (returniert lang parallel auf die VH oder mit viel US lang in RH zurück), dann kommt der nächste einfach mal auf meine Tischmitte und ich vergurke den schon wieder.

Am ehesten funktionieren noch tote, schnelle Aufschläge (verteilt, aber Tischmitte am vielversprechendsten) und selbst angreifen, aber dafür bin ich nicht sicher genug. 1 Topspin kriege ich auf die RH gezogen, aber der wird dann locker geblockt und dann stehe ich auch schon falsch.


Typ 2: Die Schlaftablette
(Langsam, erfahren, extrem sicher, 1400 TTR)

Dieser Spielertyp kennt sich extrem gut aus mit den Schwächen des Noppenspiels und spielt so gut wie jeden Ball schön schnittlos auf die Noppe. Das fängt schon mit Schulhofangaben an.
Dann wird Topspin gezogen - und was für einer! Wenn der Ball sich da einmal pro Minute dreht, ist das schon viel. Meist wird links geblinkt (geguckt) und rechts abgebogen (parallel auf die RH "gezogen"). Die kann ich vielleicht ja noch zurückbringen - aber leider nur schnittlos. Die Schlaftablette zieht dann einfach sicher immer ein Stück fester und meist sehr gut platziert bis ich die sprichwörtliche Grätsche mache wie ein plattgedrückter Frosch.

Auf hier klappt am ehesten Gegenwehr und Angriff - aber auch hier: Nicht mein Spiel, weil nicht sicher genug.

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Vermutlich ist der Schlüssel, dass ich bei US am Tisch den Schläger drehen muss - aber da ich erst nach 39 Jahren im Januar 2018 auf LN umgestiegen bin, wollte ich mir noch nicht zu viel zumuten.

Ich denke, die oben beschrieben Probleme sind typisch für die krökeligen Kreisklassen, in der sich aber die meisten Noppenspieler bewegen dürften. Gegen 1600+ TTR sehe ich übrigens deutlich besser aus - verliere zwar auch, aber meist erst nach großem Kampf.

Jetzt seid Ihr dran!
  • Habt Ihr ähnliche Erfahrungen und könnt das nachvollziehen?
  • Wie versucht Ihr, damit klarzukommen?


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Update (Juni 2022)

Bin da um ein wenig Erfahrung reicher. Mittlerweile verliert der Dynamiker. Meine Erkenntnisse dazu.
  • Stimmiges Material, welches zueinander passt und ein hohes Maß an Sicherheit bietet. Ist bei mir am Ende das NSD 2018 (langsamer als der Vorgänger!) mit dem LSD Extra Long OX und dem Xiom Euro DEF in 1.8mm geworden. Der d.Tec-S Grass geht da auch sehr gut!
  • Das Material muss zur eigenen Spielweise passen. Nach meiner Erkenntnis, dass ich weder wie Ruwen (Lange, moderne Abwehr), Amirezza (VH Angriff mit aggressiven Noppen Treibschlägen) noch wie Bernd Schuler (Störspiel-König), konzentriere ich mich auf eher defensives Spiel mit Platzierung und schön viel Spin mit der VH.
  • Irgendwann mal "zu Hause ankommen" - also nicht zu viel experimentieren, auch wenn es Spaß macht!
  • Hackblock ist DAS Mittel gegen schnelle Rollangaben auf die RH. Wenn man den dann schön in die weite VH und im Wechsel auch auf den Ellbogen setzt, hat man sehr gute Karten.
  • Eigener Aufschlag relativ schnittlos oder leichter Topspin, flach in die Mitte oder ein wenig in die VH. Der Ball kann nicht geflippt werden (zu wenig Unterschnitt) und auch nicht neben der Platte gezogen oder extreme Winkel gespielt werden. Man kommt dann ganz gut rein, ohne gleich unter Druck zu geraten. Dann ab und zu mal lang, schnell, schnittlos auf den Ellbogen - setzen die Gegner zu 60% ins Netz.
  • Aktzeptieren, dass einen der Gegner auch mal zwei Sätze am Stück völlig abschießt. Einfach weitermachen und plötzlich hört der Gegner auf zu treffen. Das muss daran liegen, dass man selten eine mentale Anspannung (wie sie der Dynamiker braucht) über mehr als zwei Sätze aufrecht halten kann. Interessantes Phänomen - das Spiel dreht sich von ganz alleine!
Zuletzt geändert von samz66 am Freitag 24. Juni 2022, 14:05, insgesamt 1-mal geändert.
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0x556c69
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Re: Der Gegnertyp, gegen den ich immer verliere...

Beitrag von 0x556c69 »

Super Topic, dafür bin ich Mitglied in den Foren!

Bei mir ist es der Störspieler! Der kann ruhig 200 TTR weniger haben als ich und 2. KK spielen, ich bin das ideale Noppen/Anti-Opfer. Warum?

- Ungeduld. Anstatt selbst mit der Noppe zurückzustöpseln, ziehe ich jeden halbwegs angreifbaren Ball in der VH an. Dummerweise treffe ich diesen Ball mit SEHR hoher Wahrscheinlichkeit - aber DANN kommt der BLOCK. Den beantworte ich gerne mit einem Luftloch, Ball ins Netz oder weit in die Prärie. Immer wieder, zur Not 100x hintereinander.
- Ich spiele fast immer mit viel Effet, ideal für diesen Spielertyp. Den leeren Heber oder fast leeren Schupf kann ich zwar, mache ihn aber in Spielsituationen NIE, auch wenn ich genau diesen Tipp vom Mannschaftskollegen bekomme. Warum? Weiß ich nicht, bin ich zu doof zu...
- Abwehr mit Zwischenangriffen -
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Re: Der Gegnertyp, gegen den ich immer verliere...

Beitrag von TT-Schlumpf »

Moin samz66,

willkommen im Club :).

Erstmal: Kennst du die Webseite von Sebastian Sauer? Dort finden sich richtig gute Trainingstipps. Ein erster pauschaler Ansatz wäre z.B. jeden Schlag mit NA unterschiedlich auszuführen (Platzierung, Tempo, Länge, Höhe) und das zu üben. Dann machen auch Leute deiner ersten Gruppe "kleine" Fehler, welche sich summieren.

Ansonsten fallen mir drei Sachen ein:

1) Hinsichtlich der Nutzung zweier verschiedener Schläger fällt mir folgender Spruch von Bruce Lee so gut: "Fürchte nicht den Gegner, der 10.000 Techniken übt, sondern denjenigen, der eine Technik 10.000 mal übt." In anderen Worten: Ich probierte es auch mit zwei verschiedenen Schlägern bzw. testete mich dumm und dämlich. Erst als ich mich für EINEN Schläger entschieden hatte, gab es einen Sprung bei mir.

2) Zum aggressiven Gegnertypen: Ich schlage vor, dass du zu zumindest zu Beginn des Spieles zusiehst, den Gegner unter Druck zu setzen - so verleitest du ihn zu Fehlern. Eine Möglichkeit wäre, mit Noppen anzugreifen. (Selbst hab ne gute Vorhand - erwische ich so einen Gegner, arbeite ich viel mit Variabilität, Platzierung und übe selber Druck aus.)

3) Zum geduldigen Gegnertypen: Leere Bälle auf NA sind mit Abstand das Schwierigste. Da hilft nur: Üben, üben und dann im Spiel viel Geduld an den Tag legen und dem Gegner den Ball nicht geben. Und eben auch variabel spielen (mal früh nehmen, mal spät, s.o.) und siehe zu, den Gegner zum Laufen zu bringen. (Und ich selber nutze dann die erste Gelegenheit, bei einem schwachen gegnerischen Ball in den Vorteil zu kommen und lasse den Gegner das auch spüren.)

NA hat m.E. extrem viel mit Taktik zu tun :wink: .

Vielleicht kannst du ja was damit anfangen - und: Viel Erfolg! :ok:
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tarzun
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Re: Der Gegnertyp, gegen den ich immer verliere...

Beitrag von tarzun »

Kenne diese Typen..

Gegen den Dynamiker und dessen Aufschläge in die lange RH hat es sich bei mir bewährt (nach 0:2 noch 3:2 gewonnen :)) einen Schritt nach hinten zu gehen und den Rückschlag dann so zu platzieren, dass er für seinen Angriffsschlag nicht gut steht. Oft umlaufen die und wollen mit der VH schlagen - also bspw. weit außen in dessen RH oder kurz außen hinters Netz auf seiner RH. Wenn Du geschickt aufpasst auch mal den Rhythmus unterbrechen und den Ball kurz auf seine VH abtropfen / blocken oder aktiv und lang in die VH blocken (wenn er schon aufm Weg auf die andere Seite ist fürs umlaufen).

Ansonsten halt Platzierung und Variabilität und Geduld oder auch mal Fatalismus - wenn er Dir wirklich alles um die Ohren haut, dann isser vielleicht auch mal einfach besser und man kommt heute nicht zum Zuge. Auf keinen Fall ärgern wenns dreimal hintereinander einschlägt. Was auch geht ist mit der Noppe ein "Angebot" machen, also bspw. Pseudo-Topspin etwas höher und lang, damit er angreifen schlagen kann und dann aber Fehler macht, weil Deine Schlagbewegung und Schnitt im Ball nicht "zusammen passen".

Wenns so ein "Dignics"-Spieler ist hab ich gute Erfahrung gemacht in meine Aufschläge Topspin einzubauen (habe eine gleiche Bewegung, kann da aber US, SS oder OS mitgeben), da wird dann gern mal hintenraus geblockt. Gibt bei "Tom Lodziak" auf YT ein schönes Video mit 5 Aufschlagtipps, was auch gut funktioniert ist VH-Aufschlag (auf der Rh-Seite stehend) und bei der "US-/Schupfbewegung" den Schläger kurz nach oben ziehen und so den ball mit TS spielen - verwirrt viele und ist für 2-3 Punkte pro Satz gut.

Gegen den Krökler und die "Schulhofaufschläge" brauchste flinke Beine, dann immer schön hintern Ball, den Ball quasi als Dropkick nehmen und mit Seitenwischer rüber, wenn Du gut hinterm Ball stehst kriegste dann wirklich extreme Winkel hin und lässt ihn flitzen während Du immer nur bisschen side-steppst. Lullerbälle oder "schwache" Topspins kannste umlaufen und selbst mit der VH draufknallen (sei "sein" dynamischer Angstgegner :)). Drehen auf NI und zurückschupfen geht natürlich auch, aber das muss halt erstmal hinbekommen. Mitspielen ist da halt Gift, weil der sich nicht irritieren läßt. Auch hier "Angebote machen" und ihn aus der Passivität holen, viele der alten Hasen haben mit nem Noppentop durchaus Probleme weil auch hier Schnitt und bewegung nicht "passen".
Zuletzt geändert von tarzun am Donnerstag 8. Oktober 2020, 13:13, insgesamt 1-mal geändert.
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samz66
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Re: Der Gegnertyp, gegen den ich immer verliere...

Beitrag von samz66 »

0x556c69 hat geschrieben:Super Topic, dafür bin ich Mitglied in den Foren!

Bei mir ist es der Störspieler! Der kann ruhig 200 TTR weniger haben als ich und 2. KK spielen, ich bin das ideale Noppen/Anti-Opfer. Warum?

- Ungeduld. Anstatt selbst mit der Noppe zurückzustöpseln, ziehe ich jeden halbwegs angreifbaren Ball in der VH an. Dummerweise treffe ich diesen Ball mit SEHR hoher Wahrscheinlichkeit - aber DANN kommt der BLOCK. Den beantworte ich gerne mit einem Luftloch, Ball ins Netz oder weit in die Prärie. Immer wieder, zur Not 100x hintereinander.
- Ich spiele fast immer mit viel Effet, ideal für diesen Spielertyp. Den leeren Heber oder fast leeren Schupf kann ich zwar, mache ihn aber in Spielsituationen NIE, auch wenn ich genau diesen Tipp vom Mannschaftskollegen bekomme. Warum? Weiß ich nicht, bin ich zu doof zu...
Das Problem hatte ich v.a., als ich früher gegen Material gespielt habe (als ich selbst noch keine Noppen hatte). Heute kann ich da deutlich Gas rausnehmen und abwarten. Meist ergeben sich gute Gelegenheiten zum Angriff durch einen schnellen oder zumindest überraschenden Ball auf den Ellenbogen.
Aber ich habe immer noch Schwächen im Schuss, der gegen solche Spieler essentiell ist (denn die freuen sich über jede Art von Schnitt).

Da habe ich dann einfach mal ein altes Returnboard + Balleimer genommen und das Schießen geübt (einen Ball leicht gegen das RTB vorziehen und der kommt halblang, brusthoch und schnittlos zurück - dann Schuss!
Die habe ich früher IMMER parallel gezogen oder geschossen mit 70% Fehlerquote (die gingen alle über die Platte).

Erkenntnis der Übung: Wenn ich mit RH-Griff und mit relativ steifem Handgelenk und Unterarm per Körperdrehung diagonal schlage, ahbe ich eine gute Abschlussquote (>80%).
Will ich parallel schießen, muss ich das Handgelenk abknicken und den Zeigefinger fast auf die Schlägermitte legen, da ist die Quote nach ein wenig Übung ähnlich hoch.
In einer Spielsituation, wenn man vielleicht nicht optimal steht und hektisch ist, ist das Ganze natürlich viel schwieriger.

Übe Geduld und lauere auf den richtigen Ball. Bis dahin immer schön mitkrökeln, aber nicht zu viel Risiko!
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Re: Der Gegnertyp, gegen den ich immer verliere...

Beitrag von Cogito »

Mein Horror-Gegner ist Typ 2. Da bin ich machtlos, weil keine gescheite Angriffs-VH und dann zu viele Fehler mit der LN - zuviel im Vergleich zu diesen Sicherheitsmonstern. Zu dem Typ rechne ich auch die intelligenten Dynamiker, die auf Topspin-Lullerer umschalten und sicher mit moderatem Topspin geduldig meine RH anspielen, mehr Bogen als Tempo. Da kommt kein Endschlag sondern meist der Fehler von mir.

Typ 1 gehört zu den potentiellen Opfern oder auch nicht, wenn er es drauf hat. Ganz wichtig: extrem kurze Ablagen nach langen Blocks mit US. Dann steht er hinten, bereit los zu ledern, muss aber flugs nach vorne asten. Und immer schön dahin verteilen, wo es wehtut.

p.s. mein Tip für dein Spiel, DTecS/OX. Der Schwamm ist eher kontraproduktiv für das am Tisch-Gekrökel.

p.p.s. das hilft alles nichts, wenn der Gegner über dem Tisch flippen kann. Aber wer kann das schon in den Niederungen der KK/KL ?
samz66
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Re: Der Gegnertyp, gegen den ich immer verliere...

Beitrag von samz66 »

TT-Schlumpf hat geschrieben:Moin samz66,

willkommen im Club :).

Erstmal: Kennst du die Webseite von Sebastian Sauer? Dort finden sich richtig gute Trainingstipps. Ein erster pauschaler Ansatz wäre z.B. jeden Schlag mit NA unterschiedlich auszuführen (Platzierung, Tempo, Länge, Höhe) und das zu üben. Dann machen auch Leute deiner ersten Gruppe "kleine" Fehler, welche sich summieren.

Ansonsten fallen mir drei Sachen ein:

1) Hinsichtlich der Nutzung zweier verschiedener Schläger fällt mir folgender Spruch von Bruce Lee so gut: "Fürchte nicht den Gegner, der 10.000 Techniken übt, sondern denjenigen, der eine Technik 10.000 mal übt." In anderen Worten: Ich probierte es auch mit zwei verschiedenen Schlägern bzw. testete mich dumm und dämlich. Erst als ich mich für EINEN Schläger entschieden hatte, gab es einen Sprung bei mir.

2) Zum aggressiven Gegnertypen: Ich schlage vor, dass du zu zumindest zu Beginn des Spieles zusiehst, den Gegner unter Druck zu setzen - so verleitest du ihn zu Fehlern. Eine Möglichkeit wäre, mit Noppen anzugreifen. (Selbst hab ne gute Vorhand - erwische ich so einen Gegner, arbeite ich viel mit Variabilität, Platzierung und übe selber Druck aus.)

3) Zum geduldigen Gegnertypen: Leere Bälle auf NA sind mit Abstand das Schwierigste. Da hilft nur: Üben, üben und dann im Spiel viel Geduld an den Tag legen und dem Gegner den Ball nicht geben. Und eben auch variabel spielen (mal früh nehmen, mal spät, s.o.) und siehe zu, den Gegner zum Laufen zu bringen. (Und ich selber nutze dann die erste Gelegenheit, bei einem schwachen gegnerischen Ball in den Vorteil zu kommen und lasse den Gegner das auch spüren.)

NA hat m.E. extrem viel mit Taktik zu tun :wink: .

Vielleicht kannst du ja was damit anfangen - und: Viel Erfolg! :ok:
Zur Vorbemerkung: Klar, habe ich alles durch, auch die Videos mit Ruwen Filus. Auch war ich schon bei Sebastian im Noppenlehrgang in Grenzau und habe mir auch die wenigen seiner Spielvideos angeschaut. Hier kann man z.B. gut sehen, wie früh er manchmal nimmt!

Auch sein Interview ist super!

zu 1: Das sagt auch Sebastian im Interview: Er hat die verschiedenen Techniken NACHEINANDER und Stück für Stück durchtraniniert. Ich habe es mit Schläger 2 volle 9 Monate probiert und dann eingesehen, dass man in den Kreisklassen einfach kaum Lange Abwehr spielen kann, wenn man limitiert ist (und nicht in der Lage, ein Spiel zu gestalten, wenn der Gegner rumkrökelt).
Bin dann zu Schläger 2, mit Orientierung mehr am Tisch gewechselt und damit lief es gleich viel besser. Dabei bleibe ich auch, ich wechsele nicht ständig.

zu 2: Naja, schwierig, wenn die Sicherheit im Angriff nur so bei 50% liegt (für den ersten Topspin). Der wird dann geblockt und dann fangen erst die richtigen Probleme an...

zu 3: Kämpfen und Geduld lohnt sich! Das variable Spiel ist aber echt schwer, wenn der Gegner einfach latent Druck macht. Aber grundsätzlich klappt das einigermaßen.
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Re: Der Gegnertyp, gegen den ich immer verliere...

Beitrag von samz66 »

tarzun hat geschrieben:Kenne diese Typen..

Gegen den Dynamiker und dessen Aufschläge in die lange RH hat es sich bei mir bewährt (nach 0:2 noch 3:2 gewonnen :)) einen Schritt nach hinten zu gehen und den Rückschlag dann so zu platzieren, dass er für seinen Angriffsschlag nicht gut steht. Oft umlaufen die und wollen mit der VH schlagen - also bspw. weit außen in dessen RH oder kurz außen hinters Netz auf seiner RH. Wenn Du geschickt aufpasst auch mal den Rhythmus unterbrechen und den Ball kurz auf seine VH abtropfen / blocken oder aktiv und lang in die VH blocken (wenn er schon aufm Weg auf die andere Seite ist fürs umlaufen).

Ansonsten halt Platzierung und Variabilität und Geduld oder auch mal Fatalismus - wenn er Dir wirklich alles um die Ohren haut, dann isser vielleicht auch mal einfach besser und man kommt heute nicht zum Zuge. Auf keinen Fall ärgern wenns dreimal hintereinander einschlägt. Was auch geht ist mit der Noppe ein "Angebot" machen, also bspw. Pseudo-Topspin etwas höher und lang, damit er angreifen schlagen kann und dann aber Fehler macht, weil Deine Schlagbewegung und Schnitt im Ball nicht "zusammen passen".

Wenns so ein "Dignics"-Spieler ist hab ich gute Erfahrung gemacht in meine Aufschläge Topspin einzubauen (habe eine gleiche Bewegung, kann da aber US, SS oder OS mitgeben), da wird dann gern mal hintenraus geblockt. Gibt bei "Tom Lodziak" auf YT ein schönes Video mit 5 Aufschlagtipps, was auch gut funktioniert ist VH-Aufschlag (auf der Rh-Seite stehend) und bei der "US-/Schupfbewegung" den Schläger kurz nach oben ziehen und so den ball mit TS spielen - verwirrt viele und ist für 2-3 Punkte pro Satz gut.

Gegen den Krökler und die "Schulhofaufschläge" brauchste flinke Beine, dann immer schön hintern Ball, den Ball quasi als Dropkick nehmen und mit Seitenwischer rüber, wenn Du gut hinterm Ball stehst kriegste dann wirklich extreme Winkel hin und lässt ihn flitzen während Du immer nur bisschen side-steppst. Lullerbälle oder "schwache" Topspins kannste umlaufen und selbst mit der VH draufknallen (sei "sein" dynamischer Angstgegner :)). Drehen auf NI und zurückschupfen geht natürlich auch, aber das muss halt erstmal hinbekommen. Mitspielen ist da halt Gift, weil der sich nicht irritieren läßt. Auch hier "Angebote machen" und ihn aus der Passivität holen, viele der alten Hasen haben mit nem Noppentop durchaus Probleme weil auch hier Schnitt und bewegung nicht "passen".
V.a. der letzte Absatz ist gut. Ich denke, bevor ich mich mit Drehen verzettele, probiere ich lieber das aus.
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Re: Der Gegnertyp, gegen den ich immer verliere...

Beitrag von samz66 »

Cogito hat geschrieben:Mein Horror-Gegner ist Typ 2. Da bin ich machtlos, weil keine gescheite Angriffs-VH und dann zu viele Fehler mit der LN - zuviel im Vergleich zu diesen Sicherheitsmonstern. Zu dem Typ rechne ich auch die intelligenten Dynamiker, die auf Topspin-Lullerer umschalten und sicher mit moderatem Topspin geduldig meine RH anspielen, mehr Bogen als Tempo. Da kommt kein Endschlag sondern meist der Fehler von mir.

Typ 1 gehört zu den potentiellen Opfern oder auch nicht, wenn er es drauf hat. Ganz wichtig: extrem kurze Ablagen nach langen Blocks mit US. Dann steht er hinten, bereit los zu ledern, muss aber flugs nach vorne asten. Und immer schön dahin verteilen, wo es wehtut.

p.s. mein Tip für dein Spiel, DTecS/OX. Der Schwamm ist eher kontraproduktiv für das am Tisch-Gekrökel.

p.p.s. das hilft alles nichts, wenn der Gegner über dem Tisch flippen kann. Aber wer kann das schon in den Niederungen der KK/KL ?
Hohe, weiche Topspins kann man gut mit der Noppe diagonal runterfischen - die kommen schön flach und sind besser kontrollierbar, als man denkt!

Das variable Spiel muss ich einfach noch mehr üben und lernen - das sagen mir auch die Mannschaftskameraden beim Coaching.

Der OX ist eine Überlegung wert, ist nur die Frage, ob ich damit auch den Nopspin hinbekomme?
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Re: Der Gegnertyp, gegen den ich immer verliere...

Beitrag von tarzun »

samz66 hat geschrieben:Der OX ist eine Überlegung wert, ist nur die Frage, ob ich damit auch den Nopspin hinbekomme?
Habe gerade den aktuellen Vergleich (komme von Ox, aktuell aber einen 0.5mm-Belag, gehe wahrscheinlich wieder zu Ox zurück). Mit Schwamm geht es definitiv einfacher, in Ox aber im Grunde genauso gut. Man muss nur wirklich fast 90 Grad nach oben ziehen und darf nicht "übern" Ball gehen, da streichelt man den nur ins Netz, die "normale" Topspin-Bewegung die mit ner griffigen Schwamm-LN noch funktionieren kann, muss man sich mit Ox echt wegtrainieren.
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Re: Der Gegnertyp, gegen den ich immer verliere...

Beitrag von Störnoppenfan »

Kommt mir leider alles sehr bekannt vor :wut: Mir geht es nahezu ebenso wie von "Cogito" beschrieben.Habe mir jetzt als mögliche Verbesserung meinen zweiten Schläger geändert (siehe Signatur).Erhoffe mir davon weniger eigene Fehler und bessere Offensivoptionen mit RH.Die erste Trainingseinheit gibt Anlass zur Hoffnung.
Material:
Holz:Stiga Clipper Wood/VH:Friendship Origin Soft;1,8 /RH:Barna Legend Long;ox
Holz:Butterfly Grubba Carbon All+/VH:Friendship Origin Soft;1,8 /RH:Spinlord Blitzschlag;ox
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Re: Der Gegnertyp, gegen den ich immer verliere...

Beitrag von Neppomuk »

Es gibt für jeden Spieler einen Gegner, mit dem er schlecht zurecht kommt. Das liegt in der Natur der Sache. Niemand kann alles ! Würde mich obigem "Typ 2" zuordnen, aber die SCHLAFTABLETTE verbitte ich mir !!! ;-) Für uns sind schnelle, harte B-K-S Spieler ohne viel Drall ein Graus. Da kommt ein alter Sack mit dem Speed nicht mehr mit. Viel Drall, langsames Material, Variation und Spielintelligenz sind eine (begrenzte) Lösunug.
Dafür sind Anti, LN, etc Spieler für mich Opfer... :ugly: :ugly: :ugly: Aber davon gibt´s hier kaum noch welche. In sofern ist das die konträre Sichtweise.
Greets N.

Holz: Donic Appelgren AR V2 (3x)
NI: Yasaka Mark-V - FS 729 div. Typen
KN: Summer 3c - FS 802-40
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Re: Der Gegnertyp, gegen den ich immer verliere...

Beitrag von samz66 »

Habe vorhin wie immer im Punktspiel gegen den Dynamiker verloren. Lief auch wie immer: Ich führe meist 2:0 oder 2:1 und dann greift er ein bisschen weniger wild an an, kommt besser ins Spiel und trifft im letzten Satz alles. Bei so viel Druck kannst Du auch nicht mehr kurz verteilen.
Werde jetzt auf die OX Noppe wechseln, den Hexer Grip (anstatt SFX) nehmen (der ist einen Tick härter) und weiter VH Angriff trainieren, damit ich das Spiel schneller machen und auch selbst noch mehr angreifen kann.

Mit den Angaben kam ich nun gut klar, die schnellen Rollangaben auf meine RH habe ich ihm schon im ersten Satz abgewöhnt, indem ich die 2x lang parallel in seine VH gesetzt habe, da kam er nur noch durch Hechtsprung hin.

Das war das letzte Mal, dass er gegen mich gewonnen hat - die nächsten 10 Spiele gewinne ich und dann sind wir wieder pari. :D
(Never ever give up!)

Bild
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Re: Der Gegnertyp, gegen den ich immer verliere...

Beitrag von TT-Schlumpf »

tarzun hat geschrieben:
samz66 hat geschrieben:Der OX ist eine Überlegung wert, ist nur die Frage, ob ich damit auch den Nopspin hinbekomme?
Habe gerade den aktuellen Vergleich (komme von Ox, aktuell aber einen 0.5mm-Belag, gehe wahrscheinlich wieder zu Ox zurück). Mit Schwamm geht es definitiv einfacher, in Ox aber im Grunde genauso gut. Man muss nur wirklich fast 90 Grad nach oben ziehen und darf nicht "übern" Ball gehen, da streichelt man den nur ins Netz, die "normale" Topspin-Bewegung die mit ner griffigen Schwamm-LN noch funktionieren kann, muss man sich mit Ox echt wegtrainieren.
Stimmt: Noppen ox ist tatsächlich ne gute Idee! Und der Noppen-Topspin geht auch mit ox.

Ich üb den grad (muss! :)) und er klappt immer besser.

Zudem kenne ich einen, der seit ca. 5 Jahren den ox-Noppen-Topspin übt. Er beherrscht diesen. Die Bälle kommen langsam und flach, wie ein schnittloser Topspin. Damit macht er die Gegner richtig mürbe. Er spielt Bezirksklasse Schleswig Holstein mit positiver Bilanz und ist ca. 57 Jahre alt.

Grad deinen letzten Beitrag gelesen: :ok:
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Re: Der Gegnertyp, gegen den ich immer verliere...

Beitrag von samz66 »

TT-Schlumpf hat geschrieben:
tarzun hat geschrieben:
samz66 hat geschrieben:Der OX ist eine Überlegung wert, ist nur die Frage, ob ich damit auch den Nopspin hinbekomme?
Habe gerade den aktuellen Vergleich (komme von Ox, aktuell aber einen 0.5mm-Belag, gehe wahrscheinlich wieder zu Ox zurück). Mit Schwamm geht es definitiv einfacher, in Ox aber im Grunde genauso gut. Man muss nur wirklich fast 90 Grad nach oben ziehen und darf nicht "übern" Ball gehen, da streichelt man den nur ins Netz, die "normale" Topspin-Bewegung die mit ner griffigen Schwamm-LN noch funktionieren kann, muss man sich mit Ox echt wegtrainieren.
Stimmt: Noppen ox ist tatsächlich ne gute Idee! Und der Noppen-Topspin geht auch mit ox.

Ich üb den grad (muss! :)) und er klappt immer besser.

Zudem kenne ich einen, der seit ca. 5 Jahren den ox-Noppen-Topspin übt. Er beherrscht diesen. Die Bälle kommen langsam und flach, wie ein schnittloser Topspin. Damit macht er die Gegner richtig mürbe. Er spielt Bezirksklasse Schleswig Holstein mit positiver Bilanz und ist ca. 57 Jahre alt.

Grad deinen letzten Beitrag gelesen: :ok:
Wenn ich mich recht entsinne, meinte Gentlemac mal, wenn Du OX spielst, der Tenergy nicht über 1,7mm sein sollte, weil das sonst auf die RH-Seite "durchschwingt". Ich weiß nicht, ob das nicht schon esoterisch ist - aber ich komme mit 1.7mm am Tisch auch besser zurecht. Die Bälle gehen sonst zu schnell hinten raus. Vielleicht hilft Dir der Tipp ja!

PS: Mir persönlich ist der Tenergy zu teuer. Den Hexer spiele ich seit über 10 Jahren und finde den super.
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Kölsche Jung, angegraut und Kreisligenkruffer

Ich und mein Holz:
Schläger 1: NSD alt (verkleinert), Xiom VEGA Europe DF 1.8mm, Tibhar Grass D.TecS OX
Schläger 2: NSD 2018 (verkleinert), Xiom VEGA Europe DF 1.8mm, MSP LSD Extra Long OX
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