Mythos altes NSD

Alles über Hölzer mit Carbon- oder Kevlarschichten

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RealGyros
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Mythos altes NSD

Beitrag von RealGyros »

Ich kenne folgendes Gerücht und wüsste gerne mal ob es stimmt.

Ich meine im geblockt Test des neuen NSD wird darüber gesprochen kann aber auch ein anderes Video gewesen sein

Die alten NSD as den 80er gab es ja teils mit Gewichten von unter 75g (stand früher auf dem Blatt)

Stimmt es, dass diese Gewichte durch spezielle Verkleidungen möglich waren? Und stimmt es dass, der Entwickler das Geheimnis der Verklebung buchstäblich mit ins Grab genommen hat? Und stimmt es dass die neuen NSD 2018 auch nur durch eine neue Verleimungsmethode sowohl ihre Eigenschaften geändert als auch dadurch wieder leichter geworden sind?
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Re: Mythos altes NSD

Beitrag von RealGyros »

Hier wird darüber gesprochen

https://youtu.be/xqOsiHfv0Rc
Ludwig Feuerbach
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Re: Mythos altes NSD

Beitrag von Ludwig Feuerbach »

Bin zwar wahrhaftig kein "NSD"-Spezialist,
jedoch steht auf meinem Exemplar der 2.Serie, auf der VH rechts 85g...
(heute wiegt es nur noch 81g) bei BxH: 16,2 x 16,85; ~5,8 mm

Was sagen die "Gurus", die Hölzer aus der 1.Serie besitzen...?

somit könnte man objektiv zumindest ggf. die Frage des Gewichtes beantworten...
Ludwig Feuerbach (1804–1872) deutscher Philosoph und Religionskritiker.
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Re: Mythos altes NSD

Beitrag von Cogito »

RealGyros hat geschrieben:.. Und stimmt es dass, der Entwickler das Geheimnis der Verklebung buchstäblich mit ins Grab genommen hat? ..
Ja.
Frawa
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Re: Mythos altes NSD

Beitrag von Frawa »

Das NSD mit dem hellen Griff wurde über 30 Jahre produziert. In dieser Zeit gab es auch deutliche Gewichtsunterschiede. Die leichtesten Hölzer wogen knapp über 70 Gramm, in den 90ern gab es dann Hölzer über 95 Gramm.
Das schwerste NSD was ich je in der Hand hatte wog 97 Gramm.
Durch das unterschiedliche Gewicht verändern sich natürlich auch die Spieleigenschaften.
Sicherlich kann man keine direkte Aussage machen, ein leichtes NSD ist langsam und ein schweres NSD ist schnell.
Die neueren Serien mit dem braunen Griff beweisen das Gegenteil, sie sind leicht und im Verhältnis doch recht flott.

Dennoch kann ich sagen, die Hölzer aus den ersten Jahren waren eher leicht und nicht sonderlich schnell.
Auf den ersten Blick unterscheiden sich diese Hölzer von der Größe her nicht von den späteren Hölzern.
Allerdings ist die Gesamtdicke doch eher am unteren Ende angesiedelt, wenn man über die 30 Jahre schaut.

Der gravierende Unterschied sind dann eher die Spieleigenschaften. Die Hölzer der ersten Serie vermitteln eine bessere Ballrückmeldung bei moderaten Tempo. Daher sind diese Hölzer so beliebt.
Die etwas späteren Hölzer wogen dann um die 84 Gramm, waren aber deutlich steifer und schneller.

In Bezug aus die Verklebung, in den 70ern und 80ern wurden die Hölzer noch anders hergestellt, es wurden andere Kleber und ein anderer Anpressdruck verwendet. Auch die Trocknung der Hölzer wurde mittlerweile anders durchgeführt, man hilft etwas nach. Das bedeutet Zeitgewinn.
Das betrifft aber nicht nur speziell das NSD oder Nittaku sondern es haben alle Hersteller in dieser Zeit umgestellt. Die neuen Verfahren sind schneller und kostengünstiger.
Stiga ist hier ein gutes Beispiel, die alten Hölzer werden ja immer wieder gelobt.

Jetzt mal ganz konkret auf die Hölzer der ersten Serie zu kommen, hier war der Aufdruck und das Schild am Griffende noch etwas anders. Ich habe hier ein solches Holz liegen, das Gewicht leichte 72 Gramm.
Das Holz ist über die Jahre etwas leichter geworden.
Doch relativ harter Anschlag bei moderaten Tempo.
Aber kann man es zum jetzigen Zeitpunkt noch spielen?

Ich habe für mich entschieden nein. Das Holz ist mir persönlich zu langsam geworden.
Mit dem Einzug der Plastikballes hat sich das Spiel ja nun verändert.
Bei dem Z-Ball reichte es maximalen Unterschnitt zu generieren und viele Gegenspieler machten eine Fehler.
Dieses System funktioniert mit dem Plastikball nur bedingt, der Gegner macht auf solche Bälle nur noch wenige Fehler.
Mir persönlich hilft es den Gegner mehr unter Druck zu setzten, hier ist mein Rezept schnellere Bälle zu spielen und den Gegner unter Zeitdruck zu setzen. Damit ist die Fehlerquote der Gegner wieder gestiegen.

Leider hat das mit dem alten NSD nicht so gut funktioniert, es fehlt einfach etwas Tempo.
Angriffsbälle fallen durch das große Schlägerblatt auch schwer, es ist einfach etwas unhandlich.
Ich komme da mit dem ersten Angriffsball nicht zum Punktgewinn.
Man könnte das Holz nun verkleinern um Tempo zu gewinnen , dafür ist mir ein solches Holz zu schade.
Außerdem kann man nie genau sagen wie sich eine solche Verkleinerung auswirkt.
Mein altes NSD liegt nun im Schrank und ich bin auf ein Butterfly Holz mit Verbundfaser gewechselt.

Ist das alte NSD nun ein Mythos?
Das muss jeder für sich selbst entscheiden.
Cogito
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Re: Mythos altes NSD

Beitrag von Cogito »

@frawa
Eine sehr treffende Charakterisierung. Der entscheidende Umbruch kam Ende der 90er, als Nittaku Japan die Produktion der Original NSD einstellte und Sport Schreiner den Markennamen erwarb. Der Preis fiel dann von schmerzlichen 175 DM auf freundliche 70 DM und das Gewicht stieg auf >90 g. Aber "you get what you pay for". Nur der Name war geblieben. Versuche, das alte NSD wieder auferstehen zu lassen, waren nicht vollends erfolgreich, da der damalige Mitarbeiter von Nittaku sein Wissen mit ins Grab genommen hatte. Der einzige Trost ist, dass die neue Plastikscheisse das alte Holz in der Tat weniger effektiv macht.

p.s. Das NSD ist eines der wenigen Hölzer, die man gefahrlos verkleinern kann, ohne dass sich die grundlegende Charakteristik verändert
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