TT-Schule auf youtube mit Lehr-Videos

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Dylan
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Re: TT-Schule auf youtube mit Lehr-Videos

Beitrag von Dylan »

Gleich erscheint die nächste Sendung, leider überbelichtet...
vhmlnox
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Re: TT-Schule auf youtube mit Lehr-Videos

Beitrag von vhmlnox »

Dylan hat geschrieben: Sonntag 10. Juli 2022, 11:50 Gleich erscheint die nächste Sendung, leider überbelichtet...
Lieber Dylan,

danke für's Video. Ich finde deinen Ansatz des ausschließlichen Flip/Topspin/Schuss-Return interessant, weil er radikal ist - aber ich fürchte, er ist falsch. Hier die Gründe:

1. Der vermeintliche Vorteil, die Zahl der Entscheidungsalternativen für sich selbst zu reduzieren, wird dadurch neutralisiert bzw. sogar zum Nachteil, dass sich Entscheidungsalternativen für den Gegner ja noch radikaler reduzieren: Vorhand-Gegenspin oder Rückhand-Gegenspin, egal ob ein Flip oder Topspin kommt.

2. Nach einem Flip steht man ja erst einmal sehr tischnah; in dieser Situation einen schnellen Gegentopspin, auf den sich der Gegner ja einstellen konnte (siehe 1.), zu bekommen, ist ungünstig.

3. An sich eher harmlose Aufschlagvarianten des Gegners werden zu fehleranfälligen Herausforderungen (z.B. kurzer Seit-Unterschnittaufschlag in die halbe Vorhand, Wechsel zwischen viel und wenig Unterschnitt, halblange Aufschläge)

4. Man beraubt sich taktischer Möglichkeiten: Wenn z.B. der Gegner sich schwer tut, auf Unterschnitt zu eröffnen, oder wenn man selber gerne eine langsameren spinnigen Topspin von ihm bekommen möchte, ist ein Unterschnittreturn das taktisch bessere Mittel.

5. Man nimmt dem Flip seine Überraschungswirkung, deretwegen er ja vor allem wirkungsvoll ist - vermutlich deshalb kommt im Spitzentischtennis auch gerade wieder der lange Schupfball als eine zusätzliche Returnvariante zurück.


Bin gespannt auf eine Diskussion

Grüße

vhmlnox


PS: Zu Trainingszwecken, um den eigenen Flip zu verbessern, ist die Idee, ihn über einen längeren Zeitraum ausschließlich zu spielen, natürlich sinnvoll.
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Dylan
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Re: TT-Schule auf youtube mit Lehr-Videos

Beitrag von Dylan »

Interessante Argumente.

Mein Hauptargument: Ich habe es viele Monate, eher mehrere Jahre praktiziert, und zwar als gelernter Defensiv-Allrounder, dessen Schnittreturns heftige Waffen sind. Ich war einfach als experimenteller Angreifer viel besser durch NUR Flip/Topspin/Schuss.

Ich fürchte nur, dass ich der Einzige bin, der bisher so konsequent experimentell war, deswegen bleibt man beim Gewohnten.

Aber abgesehen davon: Jeder entscheidet selbst, was er macht.

Zu den Argumenten im Einzelnen:

1. Der vermeintliche Vorteil, die Zahl der Entscheidungsalternativen für sich selbst zu reduzieren, wird dadurch neutralisiert bzw. sogar zum Nachteil, dass sich Entscheidungsalternativen für den Gegner ja noch radikaler reduzieren: Vorhand-Gegenspin oder Rückhand-Gegenspin, egal ob ein Flip oder Topspin kommt.

Meine Flips waren derartige Flatterbälle, dass genau das einfache Gegenziehen den Gegnern nicht gelang. Der reine Topspin-Flip kann zu harmlos sein, aber Flatterbälle sind das nicht. Außerdem ist die relative Rotationsgeschwindigkeit auf Flip-Flatterbälle wesentlich geringer als auf Unterschnittreturns, so dass mein Gegenangriff erleichtert wurde. Genau deswegen hatte ja der heutige Sportdirektor und viele andere gegen mich auch bei Angriff verloren, obwohl ich gelernter Def-All bin und er damals sicher auf über 2000er-Nivea spielte.

2. Nach einem Flip steht man ja erst einmal sehr tischnah; in dieser Situation einen schnellen Gegentopspin, auf den sich der Gegner ja einstellen konnte (siehe 1.), zu bekommen, ist ungünstig

Die Tischnähe ist beim Flip kaum größer als bei Schnitt.

3. An sich eher harmlose Aufschlagvarianten des Gegners werden zu fehleranfälligen Herausforderungen (z.B. kurzer Seit-Unterschnittaufschlag in die halbe Vorhand, Wechsel zwischen viel und wenig Unterschnitt, halblange Aufschläge)

Ich hatte bei Top-Aufschlägern überhaupt keine grundsätzlichen Probleme, auf jeden Fall keinen Millimeter mehr als mit zusätzlichen Schnitt-Returns.

4. Man beraubt sich taktischer Möglichkeiten: Wenn z.B. der Gegner sich schwer tut, auf Unterschnitt zu eröffnen, oder wenn man selber gerne eine langsameren spinnigen Topspin von ihm bekommen möchte, ist ein Unterschnittreturn das taktisch bessere Mittel.

Genau den langsamen Spinnigen empfehle ich dringend zu vermeiden. Mit dem macht z.B. Boll fast immer einen direkten Punkt. Unterschnittanfälligkeit ausnutzen durch lange Aufschläge mit extremem Unterschnitt reicht völlig aus.

5. Man nimmt dem Flip seine Überraschungswirkung, deretwegen er ja vor allem wirkungsvoll ist - vermutlich deshalb kommt im Spitzentischtennis auch gerade wieder der lange Schupfball als eine zusätzliche Returnvariante zurück.

Boll hat gegen Topchinesen immer nur gewonnen bei ganz hohen Flip-Raten. Habe unzählige Matches ausgezählt diesbezüglich. Generell haben viele Topspieler nach Auszählen unheimlich schlechte Bilanzen nach Schnittreturn und sehr gute Bilanzen nach Flip.

Aber ich will da niemanden überzeugen. Wenn kleine Kinder erst nur Flip lernen, und dann irgendwelche Probleme DESWEGEN bekommen, dann ist es eine Kleinigkeit, dann die Schnittreturns dazu zu nehmen. Bei von mir unterrichteten Anfängern war genau das Gegenteil der Fall: Sie waren vergleichbaren Kindern extrem weit überlegen.

Gesunde Sportverbände würden diesbezüglich wissenschaftlich vorgehen und Experimente machen. Und dann weiß man es endgültig. Ich alleine konnte keine Großstudien diesbezüglich anleiern. Mir reicht da meine subjektive GEWISSHEIT AUS ERFAHRUNG.
Aber: Jeder, wie er mag...

Bin gespannt auf eine Diskussion

Grüße

vhmlnox


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Re: TT-Schule auf youtube mit Lehr-Videos

Beitrag von vhmlnox »

Schön, dass eine Diskussion losgeht.

Empirie hierzu wäre in der Tat spannend. Mangels entsprechender Daten mache ich hier aber erst einmal theoretisch weiter:
Dylan hat geschrieben: Sonntag 10. Juli 2022, 20:06 Meine Flips waren derartige Flatterbälle, dass genau das einfache Gegenziehen den Gegnern nicht gelang. Der reine Topspin-Flip kann zu harmlos sein, aber Flatterbälle sind das nicht.
Deine Flip-Flatterbälle kenne ich natürlich nicht - hast du sie mit der Noppe gespielt? Ich bezog mich auf den normalen NI-Flip, der entweder spinnig, schnell oder recht leer sein kann, aber in jedem Fall, wenn erwartet, gut gegengezogen werden kann.
Dylan hat geschrieben: Sonntag 10. Juli 2022, 20:06 Die Tischnähe ist beim Flip kaum größer als bei Schnitt.
Stimmt - nur hat man beim Unterschnittreturn mehr Zeit wieder in eine bessere Haltung zu kommen, weil der eigene Ball langsamer zum Gegner fliegt und der zudem i.d.R. nicht so fest ziehen kann wie bei einem Gegentopspin auf Schnitt.
Dylan hat geschrieben: Sonntag 10. Juli 2022, 20:06 Ich hatte bei Top-Aufschlägern überhaupt keine grundsätzlichen Probleme, auf jeden Fall keinen Millimeter mehr als mit zusätzlichen Schnitt-Returns.
Dann bist du außergewöhnlich gut; für die meisten wird es aber doch Aufschläge geben, bei denen ihre Fehlerquote mit einem Flip höher ist als mit einem Schupf.
Dylan hat geschrieben: Sonntag 10. Juli 2022, 20:06 Genau den langsamen Spinnigen empfehle ich dringend zu vermeiden. Mit dem macht z.B. Boll fast immer einen direkten Punkt.
Gegen Boll würde ich auch vermeiden wollen, dass er zum weichen Topspin kommt (aber auch zu jedem anderen Schlag); allerdings kommen weiche Eröffnungsbälle, die nicht gerade absolute Weltspitzenqualität haben, vielen Spielsystemen entgegen - ich z.B. schieße dann gerne mit der kurzen Noppe gegen.
Dylan hat geschrieben: Sonntag 10. Juli 2022, 20:06 Unterschnittanfälligkeit ausnutzen durch lange Aufschläge mit extremem Unterschnitt reicht völlig aus.
Dann hast du aber nur halb so oft die Möglichkeit, eine gegnerische Schwäche auszunutzen.
Dylan hat geschrieben: Sonntag 10. Juli 2022, 20:06 Boll hat gegen Topchinesen immer nur gewonnen bei ganz hohen Flip-Raten. Habe unzählige Matches ausgezählt diesbezüglich.
Fuktioniert als Argument nicht - denn wir reden ja immer noch von "hohen Flip-Raten" und nicht von den vor dir empfohlenen 100% - damit bleibt die Unsicherheit beim Gegner, ob er evtl. für einen kurz gelegten Ball nach vorne gehen muss, trotzdem bestehen. Außerdem müsste man, wenn man deine empirischen Beobachtungen diskutiert, mögliche mit einer hohen Flipquote kovariierende Faktoren berücksichtigen: Z.B. flippt ein Spieler mehr, weil er gut drauf ist, und gewinnt deshalb vielleicht gar nicht wegen des Flips, sondernwegen seiner guten Tagesform? Oder weist eine hohe Flip-Quote auf eine hohe allgemeine Risikobereitschaft in diesem Match hin, die ursächlich für den Erfolg sein könnte?
Dylan hat geschrieben: Sonntag 10. Juli 2022, 20:06 Generell haben viele Topspieler nach Auszählen unheimlich schlechte Bilanzen nach Schnittreturn und sehr gute Bilanzen nach Flip.
Das sagt erst einmal nur aus, dass der Flip - wohlgemerkt im Wechsel mit anderen Returns eingesetzt - an sich ein prima Rückschlag ist, was ja niemand leugnet. Für nicht zielführend halte ich ja lediglich dein Kozept, ausschließlich flippen zu wollen.
Dylan hat geschrieben: Sonntag 10. Juli 2022, 20:06 Bei von mir unterrichteten Anfängern war genau das Gegenteil der Fall: Sie waren vergleichbaren Kindern extrem weit überlegen.
Das ist klar: Anfänger bekommen ja auch weder schwierig zu flippende Aufschläge noch müssen sie Gegentopspins fürchten, wohingegen die Wirkung eines Flips (wie jedes offensiven Balls) bei Gegnern, die ebenfalls Anfänger sind, viel höher ist als bei erfahrenen Spielern.
Dylan hat geschrieben: Sonntag 10. Juli 2022, 20:06 Ich fürchte nur, dass ich der Einzige bin, der bisher so konsequent experimentell war, deswegen bleibt man beim Gewohnten.
Ich vermute, zumindest das chinesische Trainerteam wird bei dem ungeheuren Spielerpotential, das sie haben, durchaus auch experimentell arbeiten.

Grüße

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Re: TT-Schule auf youtube mit Lehr-Videos

Beitrag von Dylan »

Schön, dass eine Diskussion losgeht.

Da ich sehr überarbeitet und überlastet bin, sollten wir es auch dabei belassen, da manche Dinge tatsächlich jetzt noch durch nichts endgültig beweisbar sind. Wir haben jetzt beide bewiesen, dass wir äußerst sachlich und kompetent diskutieren können, aber für Entscheidungen daraus fehlen uns viele empirische Daten, weswegen wir jetzt zu keinem Ergebnis kommen können. Jeder sollte bei seinem Unterrichtsstil bleiben, Argumente gibt es für beide. -
Jeder Anfänger, der bei mir schupf-frei ausgebildet wurde, kann ja, falls jemals DESWEGEN Probleme auftauchen, sofort die Schupfs dazunehmen, besonders, da die Bewegung ja schon in den Unterschnitt-Aufschlägen vertraut geworden ist. Ansonsten bleibe ich erst mal dabei, mich mangels ausreichender Empirie auf meine jahrzehntelange Erfahrung zu verlassen, und auf mich als Kasuistik, die im Experiment Angriff einen ungeheuren Leistungssprung mit Nur-Flip auf kurz erlebt hat. Alles weitere muss ein gesunder Weltverband IHTTF mit echten Leistungsmessungen bei unterschiedlichen Unterrichts-Stilen ergeben.

Abschließend nochmal zu den Einzel-Argumenten:

Empirie hierzu wäre in der Tat spannend. Mangels entsprechender Daten mache ich hier aber erst einmal theoretisch weiter:
Deine Flip-Flatterbälle kenne ich natürlich nicht - hast du sie mit der Noppe gespielt? Ich bezog mich auf den normalen NI-Flip, der entweder spinnig, schnell oder recht leer sein kann, aber in jedem Fall, wenn erwartet, gut gegengezogen werden kann.

Meine Flips: Extrem schnelles Holz, Maximum-Beläge NI, in einem Match war wahrscheinlich kein Flip wie der andere. Nach keinen Vorschriften gehen. Bälle flattern nicht, aber im Gehirn erscheint Nicht-Verarbeitbares wie Flattern. Meine Flips waren eine für das Gehirn der Gegner schwer verarbeitbare schwer angreifbare Mischung aus leer, Seitschnitt aller Richtungen, Topspin-Anteilen, völlig chaotisch. Viele haben oft an den Flips vorbei geschlagen, auch Leute zwischen 1600-2400, obwohl nicht sehr schnell, sondern chaotisch. Ich erinnere mich an eine Nr.1, Zweithöchste Liga, Aufstiegs-Mit-Favorit, die mit meinen Flips überhaupt nicht zurecht kam. Diese Variabilität kam bei mir mit der Zeit.


Stimmt - nur hat man beim Unterschnittreturn mehr Zeit wieder in eine bessere Haltung zu kommen, weil der eigene Ball langsamer zum Gegner fliegt und der zudem i.d.R. nicht so fest ziehen kann wie bei einem Gegentopspin auf Schnitt.

Meine Flips waren oft sehr langsam. Schnelle Flips sind oft sehr schwer, langsame sehr leicht, aber um so unangenehmer.


Dann bist du außergewöhnlich gut; für die meisten wird es aber doch Aufschläge geben, bei denen ihre Fehlerquote mit einem Flip höher ist als mit einem Schupf.

Für Kinder, die nicht ein einziges mal geschupft haben, ist der Flip genauso selbstverständlich wie für andere der Schupf. Gewohnheitsbildung ist alles...


Gegen Boll würde ich auch vermeiden wollen, dass er zum weichen Topspin kommt (aber auch zu jedem anderen Schlag); allerdings kommen weiche Eröffnungsbälle, die nicht gerade absolute Weltspitzenqualität haben, vielen Spielsystemen entgegen - ich z.B. schieße dann gerne mit der kurzen Noppe gegen.

Ab 2000 Punkte zieht niemand mehr auf Schnitt langsam oder weich, sondern gleich fast unhaltbar. Das ergab die Auszählung. Die Chancen auf Punktgewinn nach Schupfball sind wirklich sehr klein.

Dann hast du aber nur halb so oft die Möglichkeit, eine gegnerische Schwäche auszunutzen.

Ja. Muss halt reichen... Immer die gleiche Aufgabe führt zudem dazu, dass der Gegner sich schnell darauf einstellt.


Fuktioniert als Argument nicht - denn wir reden ja immer noch von "hohen Flip-Raten" und nicht von den vor dir empfohlenen 100% - damit bleibt die Unsicherheit beim Gegner, ob er evtl. für einen kurz gelegten Ball nach vorne gehen muss, trotzdem bestehen. Außerdem müsste man, wenn man deine empirischen Beobachtungen diskutiert, mögliche mit einer hohen Flipquote kovariierende Faktoren berücksichtigen: Z.B. flippt ein Spieler mehr, weil er gut drauf ist, und gewinnt deshalb vielleicht gar nicht wegen des Flips, sondernwegen seiner guten Tagesform? Oder weist eine hohe Flip-Quote auf eine hohe allgemeine Risikobereitschaft in diesem Match hin, die ursächlich für den Erfolg sein könnte?

Ja, genau. Deswegen müssten all diese Dinge endlich wirklich wissenschaftlich untersucht werden, was wahrscheinlich erst der IHTTF machen wird.


Das sagt erst einmal nur aus, dass der Flip - wohlgemerkt im Wechsel mit anderen Returns eingesetzt - an sich ein prima Rückschlag ist, was ja niemand leugnet. Für nicht zielführend halte ich ja lediglich dein Konzept, ausschließlich flippen zu wollen. Das ist klar: Anfänger bekommen ja auch weder schwierig zu flippende Aufschläge noch müssen sie Gegentopspins fürchten, wohingegen die Wirkung eines Flips (wie jedes offensiven Balls) bei Gegnern, die ebenfalls Anfänger sind, viel höher ist als bei erfahrenen Spielern.

Hm-obwohl... Kinder sind meist auf Abwehr viel anfälliger als Erwachsene...

Ich vermute, zumindest das chinesische Trainerteam wird bei dem ungeheuren Spielerpotential, das sie haben, durchaus auch experimentell arbeiten.

Wenn ich mir deren Technikrückstand bei der Schlägerhaltung anschaue, dann fürchte ich, dass die sich einfach auf die Masse verlassen: 200 Mio. Tischtennis-Chinesen gegen 400 000 TT-Deutsche, da kommen immer 3 durch, die besser sind, egal wie katastrophal die Technik. Schlechte Technik kann durch überlegene Physis leider wettgemacht werden, ich denke nur an den Chinesischen Kampfhund Zhang Jike...

Grüße
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4olaf
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Re: TT-Schule auf youtube mit Lehr-Videos

Beitrag von 4olaf »

ich weiß ja nicht, welche Spiele du vom Timo Boll analysiert hast - aber nehmen wir als Beispiel Zhou Qihao, den Timo schon öfters besiegt hat, weil der Chinese nicht gut mit dem Schnittwechsel von Timo klar kommt (und deswegen auch nicht zu den Top Spielern aus Chinas Sicht zählt). Wenn du da mal ein Spiel dir anschaust, dann sind die meisten Returns von Timo KEINE Flips und er macht damit trotzdem die Punkte. Meistens legt er sogar nur kurz mit einem Unterschnittball ab, um danach dann spinnig angreifen zu können.

Er hat in einem Satz nicht einen einzigen Flip Ball gepsielt z.B. in Houston. Schau selbst und zähle mal, wieviele Flips da Timo gemacht hat.

https://www.youtube.com/watch?v=U_7NT2Agd8c
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Re: TT-Schule auf youtube mit Lehr-Videos

Beitrag von Dylan »

Glaube ich gerne. Ich habe nur die Matches gegen die 2-3 weltbesten Chinesen bei Top-Events ausgezählt, die er nur schlug mit extrem hoher Flip-Rate. Aber wie geschrieben: Es gibt keine absoluten Beweise für beides. Ich bleibe dabei: Bei mir werden Anfänger viel schneller gut als beim ITTF, weil es in all meinen Experimenten so war, und in einer neuen IHTTF würden sie noch viel schneller gut werden, weil dort meine Theorien wissenschaftlich am Praxisergebnis überprüft würden.
Und dort würde auch immer wissenschaftlich genau festgestellt werden, wer wirklich der Weltbeste TT-Lehrer ist, bis dahin bleibt alles bei begründeten Vermutungen...
Zuletzt geändert von Dylan am Montag 11. Juli 2022, 11:55, insgesamt 1-mal geändert.
FranzvonHahn
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Re: TT-Schule auf youtube mit Lehr-Videos

Beitrag von FranzvonHahn »

Das ist alles so hanebüchener Unsinn.

Der ganze Auftritt hier und bei YouTube ist doch ein Schrei nach professioneller Hilfe. Sei so gut und lass dich von einem Experten behandeln. Geht auch auf Kasse.
Ich hoffe, dass kein Verein und keine Eltern ihre Kinder in deine Verantwortung übergeben, denn in dem dargestellten Geisteszustand solltest du dich zunächst einmal nur um dich selbst kümmern. (Das ist keine Anfeindung, sondern ein wirklich gut gemeinter Rat den du annehmen oder ignorieren kannst.)
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Re: TT-Schule auf youtube mit Lehr-Videos

Beitrag von Dylan »

Nach den netten übrigens kriminellen, strafrechtlich relevanten Beileidigung der üblichen Internet-Kriminalität, viel Spass weiter dabei und damit ... (Die Verbrecher des Internets können sich ja darauf verlassen, dass im Internet die Strafverfolgung bei allen möglichen Straftaten, die mit Worten begangen werden können, nicht funktioniert)...

... nur Kurz die Info: Neueste Sendung erschienen.
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Re: TT-Schule auf youtube mit Lehr-Videos

Beitrag von Dylan »

Nachtrag zur gerade erschienenen neuesten Sendung und Timo Boll s Entschärfung seines starken VH-Griffes: Wenn man den Rechtsknick am Anfang hat, bewegt sich der Schläger beim Topspin mit der Hand von hinten nach vorne und gibt im Balltreffpunkt zusätzliche Energie nach vorne ab. Wenn Boll die Hand schon beim Ausholen leicht nach links knickt, fehlt seinen Schlägen dieser Zusatzimpuls. Allerdings: Sein Erfolg gibt ihm recht. Aber wir dürfen nicht davon ausgehen, dass Bolls Technik schon das absolute Ende der Technikentwicklung darstellte. Kleinigkeiten können noch verbessert werden, wie z.B. auch die längere Topspin-Bewegung, wenn man Zeit hat, worauf Boll verzichtet, was der Chef Sporthochschule Köln TT auch für einen kleinen Technik-Fehler hielt.
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Re: TT-Schule auf youtube mit Lehr-Videos

Beitrag von 4olaf »

Dylan hat geschrieben: Montag 11. Juli 2022, 10:59 Glaube ich gerne. Ich habe nur die Matches gegen die 2-3 weltbesten Chinesen bei Top-Events ausgezählt, die er nur schlug mit extrem hoher Flip-Rate. Aber wie geschrieben: Es gibt keine absoluten Beweise für beides. Ich bleibe dabei: Bei mir werden Anfänger viel schneller gut als beim ITTF, weil es in all meinen Experimenten so war, und in einer neuen IHTTF würden sie noch viel schneller gut werden, weil dort meine Theorien wissenschaftlich am Praxisergebnis überprüft würden.
Und dort würde auch immer wissenschaftlich genau festgestellt werden, wer wirklich der Weltbeste TT-Lehrer ist, bis dahin bleibt alles bei begründeten Vermutungen...
dann zeig mir bitte mal ein Video, wo er eine EXTREM hohe Fliprate verwendet und damit die Chinesen in die Knie gezwungen hat...wann soll das gegen wen gewesen sein? Gegen welche Top Chinesen hat denn Boll gewonnen, z.B. 1 x gegen Xu Xin und 2 x gegen Zhang Jike...

auch hier gegen Zhang Jike... WO hat er denn einen Flip Return gespielt??? Das selbe Spiel wir auch gegen Zhou Qihao, kurz ablegen und dann versuchen mit Topspin ins Spiel zu kommen. Er hat nicht EINEN einzigen Flip gespielt...nach deiner Theorie hätte er gar nicht gegen diesen Top Chinesen gewinnen dürfen?

https://www.youtube.com/watch?v=B0xZN9_2l1g
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Re: TT-Schule auf youtube mit Lehr-Videos

Beitrag von FranzvonHahn »

Lass gut sein, Olaf.

Du versuchst mit jemandem zu diskutieren der einer Diskussion mit den Worten "Da ich sehr überarbeitet und überlastet bin, sollten wir es auch dabei belassen" ausweicht, der behauptet die Chinesen seien technisch unsauber "Wenn ich mir deren Technikrückstand bei der Schlägerhaltung anschaue, dann fürchte ich, dass die sich einfach auf die Masse verlassen" und der für seine Theorie des ausschließlichen Flippens ausgerechnet Timo Boll anführt. Wahrscheinlich den Spieler in der Weltspitze der am seltensten einen (aggressiven) Flip spielt und am meisten mit kurzen Ablagen punktet.

Immerhin visualisiert er seine Ahnungslosigkeit, wenn er am Steintisch ein paar unsauber vorgetragene Techniken als "Schattentraining" vorführt. Als weltbester Tischtennislehrer, wobei seine Qualifikation ja nie benannt wird, baut er dem ganzen natürlich vor und wird seiner Argumentationsweise folgend sagen können: "Meine Technik ist richtig, weil ich der selbsternannt weltbeste TT-Lehrer bin, alle anderen Techniken sind unsauber".

Da sind wir dann wieder bei Punkt 1, wo er ja offen zugibt, dass er an keiner Diskussion interessiert ist.
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Re: TT-Schule auf youtube mit Lehr-Videos

Beitrag von Dylan »

Gerade schaue ich live Koki Niwa beim Star-Contender in Zeitlupe 0,5...

Hi Olaf,
schaut Euch seine größten Siege überhaupt an, 2x World Cup -Gewinner durch Siege gegen Wang Hao, Wang Liqin, Ma Lin. Dort war seine Flip-Rate höher als überall sonst.

Es gibt noch ein wichtigeres Argument: Bei Damen wird sehr viel mehr geschupft als bei Herren. Die Entwicklung des leistungsstärksten TT geht also in Richtung immer weniger Schupf, immer mehr Flip. Ich sage ja nur, dass man gleich den Endpunkt dieses Trends praktizieren sollte und nicht abwarten sollte, bis nach vielen Jahren der Trend von selber dort endet.

Es war ein ähnlicher Jahrzehnte dauernder Trend bei der Übermacht des Angriffs über die Abwehr, auch ganz ohne die zusätzliche Diskriminierung des Abwehrspiels: Topspin hat physikalische Vorteile: Der Luftdruck drückt den Topspin schnell auf den Tisch, der Abwehrball steigt durch die Rotationsbedingte Luftdruck-Situation nach oben, weg vom Tisch und kann deshalb nie so hart geschlagen werden wie der Topspin. Finde ich nur schade, weil ich die Defensiv-Bewegungen als wesentlich gesünder erlebe als die Topspin-Bewegungen, für die der menschliche Körper etwas weniger gut konstruiert zu sein scheint.

Beide Trends sehe ich als ähnlich an. Unter den Top 100 Herren werden die Defensiv-Allrounder ständig seltener.
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Re: TT-Schule auf youtube mit Lehr-Videos

Beitrag von 4olaf »

Ich glaube, entweder weißt du nicht, was ein Flip ist (was ich mit gar nicht vorstellen kann, dass der weltbeste Trainer das nicht kennt) oder du bist ein lustiger Kerl und wir haben endlich das Gesicht hinter Olli #1 gesehen... Timo Boll macht auch gegen Wang Hao KEINE Flips, sondern legt in 90% der Fälle den Ball kurz ab bzw versucht es... Und die restlichen 10% greift er eine zu lange Angabe mit Topspin an.

Wenn du anderer Meinung bist, bitte... Zeig mal ein Video, wo Timo extreme Flips macht? Gibt es nicht... Das ist auch gar nicht seine Spielweise.
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Re: TT-Schule auf youtube mit Lehr-Videos

Beitrag von ShinyThorne »

Mittlerweile bin ich auch nicht mehr sicher ob es sich hier um Satire handelt, der Anschein das der Herr es ernst meint erhärtet sich.

Tatsächlich habe ich mir nun 2 1/2 Videos angeschaut und bin auch leicht schockiert.

1. Gehört auch ein pädagogisches Grundrepertoire zu einem ,,guten Trainer,,.
Bei dem bisherigen auftreten und der unfassbar verzerrten Eigenwahrnehmung glaube ich nicht das eine soziale Kompetenz vorhanden ist, ist für einen
Trainer salopp gesagt nicht so geil.
2. Hatte ich Schwierigkeiten den Inhalten zu folgen, weil sich so oft verhaspelt worden ist und irgendwann konnte ich die Bundestrainer vergleiche nicht mehr hören.
3. Finde ich es merkwürdig, wenn ein nach eigener Aussage so renommierter Trainer es nötig hat, seine Theorien an einem Steintisch mit unterdurchschnittlicher Videoqualität zu präsentieren.
4. Bin ich der Meinung meines Vorredners, ich selbst bin C-Trainer und auch nicht der technisch sauberste Spieler, denke das man trotzdem eine gute Technik an Kinder vermitteln kann, jedoch waren die Ausführungen des Schattentrainings teilweise Haarsträubend.
Auch die Aussagen bezüglich des Flips von Timo Boll gegen die Top-Chinesen sind einfach falsch, ebenso die Aussage das eine hohe Spinrate bei einem TopSpin nicht zum Erfolg führt.
Eine kleine technische Anmerkung noch, wenn die TopSpin(oder auch Schuss) Bewegung derart lang ist. wird es schwierig schnell genug in die Grundstellung zurückzukehren um einen Blockball erneut mit einem TopSpin zu beantworten, früher waren die Bewegungen natürlich länger, aber das Material und die Geschwindigkeit im Tischtennis haben sich im Vergleich zu früher so verändert, dass eine kurze explosive Beschleunigung eher zum Erfolg führt.
5. Ist Bescheidenheit ein besserer Wegbegleiter als Arroganz und ein Tischtennisgottkomplex, als gut gemeinter Rat einfach nochmal alles löschen, etwas tiefer stapeln und an der Eigenwahrnehmung arbeiten.

Mit Bescheidenheit haben wir klügsten es leider tatsächlich nicht so....Das man mit solchen Aussagen nicht zum Sympathieträger wird erklärt sich von selbst.
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